Straße von Hormus Südkorea schließt sich US-Militäreinsatz an

Die USA bekommen bei ihrem Einsatz im Persischen Golf offenbar Unterstützung aus Südkorea. Auch in Berlin wird über einen Begleitschutz für Tanker nachgedacht - aber nur im Rahmen einer EU-Mission.

Der britische Öltanker "Stena Impero" in der Straße von Hormus: Nach der Festsetzung eines britischen Tankers durch Iran will London eine von europäischen Ländern angeführte Seeschutzmission
DPA/Morteza Akhoundi

Der britische Öltanker "Stena Impero" in der Straße von Hormus: Nach der Festsetzung eines britischen Tankers durch Iran will London eine von europäischen Ländern angeführte Seeschutzmission


Nach Angriffen auf Öltanker im Golf von Hormus haben die USA Verbündete zu einem gemeinsamen Einsatz aufgerufen. Südkorea will sich offenbar an dem Militäreinsatz beteiligen. Die Marine-Einheit "Cheonghae" solle vom Kampf gegen die Piraterie vor Somalia abgezogen werden, berichtete die Wirtschaftszeitung "Maeil" unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise. Möglicherweise würden zudem Hubschrauber abkommandiert. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, eine Entscheidung sei nicht gefallen.

Nachdem ein britischer Tanker in der strategisch wichtigen Meerenge von den iranischen Revolutionsgarden festgesetzt worden war, hat auch Großbritannien vor wenigen Tagen die Idee einer europäischen Militärmission aufgeworfen. Die Gespräche über eine solche Mission laufen noch. Die Optionen reichen von einer reinen Beobachtungsmission bis hin zu militärischen Eskorten für die Handelsschiffe.

Auch in Deutschland werden diese Möglichkeiten diskutiert. Der außenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Omid Nouripour, befürwortet einen Einsatz der Bundeswehr am Persischen Golf unter dem Dach einer EU-Mission. Man müsse alles unternehmen, um eine Deeskalation der Lage herbeizuführen, die durch Überreaktionen im Konflikt zwischen den USA und Iran entstehen könnten. "Ein Einsatz der Bundeswehr kann deshalb zur Deeskalation beitragen", sagte Nouripour der "Passauer Neuen Presse".

Kramp-Karrenbauer schließt Beteiligung der Bundeswehr nicht aus

Wichtig seien aber die Rahmenbedingungen: Eine Beteiligung im Rahmen einer "Koalition der Willigen" unter US-Führung lehne er ab, denn das Bundesverfassungsgericht mache eindeutige Vorgaben für Auslandseinsätze. "Dazu gehört ein Einsatz im Rahmen eines Systems kollektiver Sicherheit, wie etwa der EU. Alles andere als eine EU-Mission würde die Situation weiter destabilisieren."

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte eine Beteiligung der Bundeswehr an einer europäischen Schutzmission nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

mfh/Reuters/dpa



insgesamt 45 Beiträge
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erzengel1987 29.07.2019
1. wir können Geld sparen
Seht doch die USA und England wollen Krieg spielen. Wozu noch unsere Soldaten gefährden? Versteh ich nicht ganz. Wir haben anscheinend Geld zu viel... Schicken unsere Soldaten in Wohlfühlurlaub zum Krieg spielen. Wollen eine Maut bei der wir Bürger Geld draufzahlen sollen, bzw der Staat einfach Geld verbrennt. Aber für eine sichere Rente, Sozialleistungen, Wohnungen etc ist auf einmal kein Geld mehr da? Aber dafür ein ordentlicher Bundestag mit dem Weltweit größten Parlament. Ja Deutschland du bist der Weltmeister der Verschwendung
dirkcoe 29.07.2019
2. Ich bin skeptisch
Nicht Geleitschutz für Tanker ist nötig, sondern vielmehr eine diplomatische Lösung der Situation. Dabei könnte die EU einen Beitrag leisten - aber nur wenn keine Kriegsschiffe vor Ort sind.
muekno 29.07.2019
3. Berlin denkt nach, worüber
man ist doch überhaupt nicht in der Lage Schiffe dorthin zu schicken. Will heissen welche Schiffe die für diese Mission sinnvoll wären sind den bei der Marine Einsatzbereit. Nun ja eventuell kann AKK welche herzaubern. Schafft man es ja nicht mal eine funktionsfähigen Truppentransporter (Flieger) bereitzustellen um Truppen zum geplanten Termin zu verlegen.
co2nogo 29.07.2019
4.
wenn sich Deutschland hier anschliesst, kommen sie mit den neuesten Schiffen: Hi-Tech Ruderboote. Acht Padell bringen die Boote auf eine Geschwindigkeit von drei Knoten. Auch der Stoff aus dem diese Gefährte gebaut sind ist der letzte Schrei: Die Ingineure haben hier Holz eingesetzt, das mit mit dem neuesten Verbundkleber Teer verklebt und abgedichtet wurde. Die anderen Nationen werden uns beneiden.
Listkaefer 29.07.2019
5. Deutschland lebt vom Welthandel.
Deshalb hat es ein vitales Interesse an der Freiheit der Meere. Da liegt es auf der Hand, sich an einer EU-Schutzmission in der Strasse von Hormus aktiv zu beteiligen. Aber in Berlin wird schon wieder rumgeeiert: Vielleicht besser nur als Beobachter, aber eher nicht als aktive Begleitung der Tanker. Typische deutsche Hasenfüssigkeit. Meine Güte, da fahren ein paar hölzerne Sturmboote der Iraner herum - die wird man doch wohl vom Entern der Tanker abhalten kömnen, oder weshalb leisten wir uns denn sonst eine Marine?!
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