Südlich von Barcelona Polizei tötet mutmaßliche Terroristen in Cambrils - Sprengstoffgürtel waren Attrappen

Nur wenige Stunden nach dem Attentat in Barcelona hat die Polizei im Küstenort Cambrils fünf mutmaßliche Terroristen getötet. Diese wollten möglicherweise den Anschlag auf Las Ramblas nachahmen.


Die spanische Polizei hat in dem Küstenort Cambrils in Katalonien fünf mutmaßliche Attentäter getötet. Das teilte die Polizei via Twitter mit. Zunächst war die Rede von vier getöteten Männern und einem Verletzten gewesen (hier lesen Sie alle Entwicklungen im Newsblog).

Zudem wurden nach Angaben des katalanischen Zivilschutzes sieben weitere Menschen verletzt, sechs Zivilisten und ein Polizist. Unter welchen Umständen sie verletzt wurden, ist noch nicht bekannt.

Gegen 1.30 Uhr rückte die Polizei zu dem Einsatz rund hundert Kilometer südlich von Barcelona bei Tarragona aus. Man gehe davon aus, dass die Vorgänge mit einem Terroranschlag in Verbindung stünden, hieß es. Anwohner wurden aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen und Ruhe zu bewahren.

Ein Sprecher der Regionalregierung von Katalonien teilte mit, mutmaßliche Terroristen hätten auf der Strandpromenade gegen Mitternacht mehrere Menschen mit einem Audi A3 umgefahren, bevor sie von Sicherheitskräften gestoppt wurden. Möglicherweise wollten die Männer den Anschlag in Barcelona nachahmen, es gebe eine Verbindung zu den dortigen Tätern.

Die Männer sollen laut der Zeitung "La Vanguardia" Sprengstoffgürtel und Schusswaffen bei sich getragen haben. Das Blatt beruft sich auf Quellen innerhalb der Polizei. Am Morgen wurde berichtet, dass es sich bei den Sprengstoffgürteln um Attrappen handelte.

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Terrorangriffe: Schüsse in Cambrils, Schock in Barcelona

Die Polizei teilte via Twitter mit, sie gehe davon aus, dass es einen Zusammenhang gebe zwischen dem Vorfall in Cambrils, dem Anschlag in Barcelona sowie der Explosion in Alcanar.

Am Donnerstagnachmittag wurden bei einem Anschlag mit einem Lieferwagen auf dem Boulevard Las Ramblas in Barcelona mindestens 13 Menschen getötet und rund hundert weitere verletzt. Der Fahrer des Wagens war bis in die Nacht noch auf der Flucht. Zwei Verdächtige wurden festgenommen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte die Tat für sich.

In Alcanar hatte es am Mittwoch eine Gasexplosion in einem Wohnhaus gegeben. Diese stehe in Verbindung mit dem Anschlag in Barcelona, sagte der katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero am späten Donnerstagabend. Bei der Explosion in der Provinz Tarragona etwa 200 Kilometer südlich von Barcelona waren ein Mensch getötet und sieben weitere Personen verletzt worden. Es gebe "klare" Verbindungen, sagte Trapero. Weitere Details nannte er nicht.

aar/als/AFP/dpa/AP



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