Türkei Mehrere Tote bei Bombenanschlägen nahe syrischer Grenze

Im Südosten der Türkei sind bei zwei Bombenanschlägen mindestens sieben Menschen gestorben, Dutzende wurden verletzt. Die Regierung macht die PKK verantwortlich.

Mardin (Archiv)
REUTERS

Mardin (Archiv)


Bei zwei schweren Bombenanschlägen in der Südosttürkei sind laut Medienberichten mindestens sieben Menschen getötet und 54 verletzt worden. Die Nachrichtenagentur AFP vermeldet acht Tote, darunter ein Polizist.

Die Anschläge in der Kurdenmetropole Diyarbakir und in Mardin nahe der syrischen Grenze seien gegen Sicherheitskräfte gerichtet gewesen, meldete der Sender CNN Türk. Es seien jedoch auch viele Zivilisten unter den Opfern. Aus Regierungskreisen hieß es, die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK sei für die Attentate verantwortlich. Es bekannte sich jedoch zunächst niemand zu den Taten.

In der Ortschaft Kiziltepe südlich von Mardin sei der Sprengsatz in der Nähe eines Krankenhauses gezündet worden, als ein Polizeibus vorbeifuhr, berichtete CNN Türk laut Nachrichtenagentur dpa. Zwei Menschen seien getötet und mindestens 50 verletzt worden, darunter vier Polizisten.

Autobomben-Anschlag auf Polizeibus

Aus Regierungskreisen hieß es, es gebe drei Todesopfer. Bei dem Attentat im Bezirk Sur von Diyarbakir habe es sich um einen Autobomben-Anschlag auf einen Polizei-Bus gehandelt. Dort seien den Angaben zufolge fünf Menschen getötet worden.

Erst am Mittwochmorgen waren in der Südosttürkei fünf türkische Soldaten getötet und acht weitere verletzt worden, als PKK-Kämpfer bei der Vorbeifahrt eines Militärkonvois in Uludere nahe der Grenze zum Irak einen Sprengsatz zündeten. Seit der erneuten Eskalation des Kurdenkonflikts im Juli 2015 wurden hunderte Angehörige der türkischen Sicherheitskräfte getötet.

Das türkische Militär geht seit vergangenem Sommer in einer Großoffensive gegen die PKK im Südosten der Türkei vor und liefert sich Gefechte mit deren Kämpfern. Die PKK wiederum verübt Anschläge. Nach dem Putschversuch vor mehr als drei Wochen waren auch für die Offensive verantwortliche Militärs festgenommen worden. Die Zahl der PKK-Anschläge ging zunächst zurück. Experten vermuten jedoch, dass die Organisation die Zeit lediglich nutzte, um sich neu zu formieren.

kry/AFP/dpa

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