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16. Dezember 2013, 09:48 Uhr

Konflikt in Afrika

Gefechte in Südsudans Hauptstadt Juba

Im Südsudan haben Bewaffnete versucht, das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Juba zu stürmen. Das vermeldet der Nachrichtensender al-Arabija. Bei den Angreifern könnte es sich um Putschisten handeln.

Juba - Heftiges Gewehrfeuer und Explosionen sind in der südsudanesischen Hauptstadt Juba zu hören gewesen. Bewaffnete haben offenbar am Montagmorgen versucht, das Verteidigungsministerium zu stürmen, berichtet der Nachrichtensender al-Arabija. In der Nacht zum Montag habe es bereits Kämpfe bei zwei Militärkasernen in der Nähe des Stadtzentrums gegeben, berichten die Botschaften der USA und Großbritanniens übereinstimmend.

Die Lage ist so gefährlich, dass beide Botschafter ihre Staatsangehörigen aufforderten, "unnötige Bewegungen" in Juba zu vermeiden. Die Europäische Union rief dazu auf, Ruhe zu bewahren. Die Kämpfe seien am Sonntag kurz vor Mitternacht offenbar zwischen zwei rivalisierenden Fraktionen der südsudanesischen Armee ausgebrochen. Das verlautete aus Sicherheitskreisen. Berichte, wonach es sich bei den Angreifern um Putschisten handeln solle, die angeblich auch das Fernsehgebäude unter ihre Kontrolle gebracht hätten, wurden offiziell zunächst nicht bestätigt.

Der Südsudan, der 2011 durch die Abspaltung vom Sudan seine Unabhängigkeit erlangte, gilt als instabil und unterentwickelt. Der südsudanesische Präsident Salva Kiir ist umstritten. In den vergangenen Wochen warfen ihm Führungsmitglieder der ehemaligen Rebellenorganisation und jetzt regierenden Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) öffentlich "diktatorisches" Verhalten vor.

Der Unabhängigkeit war ein erbitterter Bürgerkrieg vorausgegangen. Von 1983 bis zu einem Friedensabkommen im Jahr 2005 wurden offiziellen Angaben zufolge zwei Millionen Menschen getötet. Die regierungskritische SPLM-Gruppe wird vom mächtigen Politiker Riek Machar angeführt, der auf beiden Seiten des Bürgerkriegs kämpfte und im Juli als Vizepräsident entlassen wurde. Zuvor hatte Machar seine Kandidatur gegen Kiir bei der Präsidentschaftswahl 2015 angekündigt.

An der internationalen Friedensmission im Südsudan ist auch die Bundeswehr beteiligt, ebenso wie 60 andere Länder. Mit großer Mehrheit hatte der Bundestag im November gebilligt, dass die deutsche Truppe ein weiteres Jahr in dem afrikanischen Land stationiert ist. Die Zahl der tatsächlich stationierten Deutschen lag zuletzt bei 16.

vek/dpa/AFP

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