Konflikt in Afrika Gefechte in Südsudans Hauptstadt Juba

Im Südsudan haben Bewaffnete versucht, das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Juba zu stürmen. Das vermeldet der Nachrichtensender al-Arabija. Bei den Angreifern könnte es sich um Putschisten handeln.


Juba - Heftiges Gewehrfeuer und Explosionen sind in der südsudanesischen Hauptstadt Juba zu hören gewesen. Bewaffnete haben offenbar am Montagmorgen versucht, das Verteidigungsministerium zu stürmen, berichtet der Nachrichtensender al-Arabija. In der Nacht zum Montag habe es bereits Kämpfe bei zwei Militärkasernen in der Nähe des Stadtzentrums gegeben, berichten die Botschaften der USA und Großbritanniens übereinstimmend.

Die Lage ist so gefährlich, dass beide Botschafter ihre Staatsangehörigen aufforderten, "unnötige Bewegungen" in Juba zu vermeiden. Die Europäische Union rief dazu auf, Ruhe zu bewahren. Die Kämpfe seien am Sonntag kurz vor Mitternacht offenbar zwischen zwei rivalisierenden Fraktionen der südsudanesischen Armee ausgebrochen. Das verlautete aus Sicherheitskreisen. Berichte, wonach es sich bei den Angreifern um Putschisten handeln solle, die angeblich auch das Fernsehgebäude unter ihre Kontrolle gebracht hätten, wurden offiziell zunächst nicht bestätigt.

Der Südsudan, der 2011 durch die Abspaltung vom Sudan seine Unabhängigkeit erlangte, gilt als instabil und unterentwickelt. Der südsudanesische Präsident Salva Kiir ist umstritten. In den vergangenen Wochen warfen ihm Führungsmitglieder der ehemaligen Rebellenorganisation und jetzt regierenden Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) öffentlich "diktatorisches" Verhalten vor.

Der Unabhängigkeit war ein erbitterter Bürgerkrieg vorausgegangen. Von 1983 bis zu einem Friedensabkommen im Jahr 2005 wurden offiziellen Angaben zufolge zwei Millionen Menschen getötet. Die regierungskritische SPLM-Gruppe wird vom mächtigen Politiker Riek Machar angeführt, der auf beiden Seiten des Bürgerkriegs kämpfte und im Juli als Vizepräsident entlassen wurde. Zuvor hatte Machar seine Kandidatur gegen Kiir bei der Präsidentschaftswahl 2015 angekündigt.

An der internationalen Friedensmission im Südsudan ist auch die Bundeswehr beteiligt, ebenso wie 60 andere Länder. Mit großer Mehrheit hatte der Bundestag im November gebilligt, dass die deutsche Truppe ein weiteres Jahr in dem afrikanischen Land stationiert ist. Die Zahl der tatsächlich stationierten Deutschen lag zuletzt bei 16.

vek/dpa/AFP

insgesamt 3 Beiträge
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analyse 16.12.2013
1. Der Südsudan hätte von Anfang an mehr Aufmerksamkeit
und Unterstützung gebraucht !
räbbi 16.12.2013
2.
laut BBC "Local media said the fighting was between rival factions of the presidential guard and focused around their military barracks." "The Paris-based Sudan Tribune said the clashes began when one mostly Nuer unit of the presidential guard became suspicious of deployments of a group of mainly Dinka guards." Scheint also nichtmal richtige Aufständische zu brauchen, man schlägt sich innerhalb der Regierungskräfte schonwieder die Köpfe ein.
meile 16.12.2013
3. Laut Gurtong und Sudan Tribune ...
... steckt der kürzlich geschasste Ex-Vize Riek Machar dahinter, ein Nuer, der schon zur Zeit des Bürgerkrieges mit seinen SPLA-Soldaten gegen Kiirs SPLA-Soldaten einen internen Krieg mit Tausenden Toten führte, von dem letzlich Bashirs Norden profitierte. Er ist kürzlich von Kiir mit dem gesamten Kabinett aus der Regierung geworfen worden.
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