Südsudan Mehr als 30.000 Zivilisten suchen Schutz vor den Kämpfen

Die Uno rechnet im Südsudan mit wachsenden Flüchtlingsströmen. Mindestens 36.000 Zivilisten suchen nach ihren Angaben in der Hauptstadt Juba bereits verzweifelt Schutz vor dem Bürgerkrieg.

Kinder im Südsudan
DPA

Kinder im Südsudan


Die Uno ist besorgt über die Lage im Südsudan. Mindestens 36.000 Zivilisten suchten in Einrichtungen der Vereinten Nationen und anderen Gebäuden in der Hauptstadt Juba Schutz vor den Kämpfen in dem ostafrikanischen Land. Menschen würden in Kirchen oder Schulen ohne Wasser und ohne Toiletten ausharren, berichtete die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag in Genf.

Die Schutzsuchenden könnten wegen der Kämpfe schwer versorgt werden. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR forderte die Nachbarländer des Südsudans auf, ihre Grenzen für Asylsuchende zu öffnen. Man bereite sich auf Flüchtlingsströme vor.

Das Land hatte sich am 9. Juli 2011 nach mehr als 20 Jahren Bürgerkrieg vom Sudan gelöst, doch die Einwohner des jungen Staates kennen nur grausame Gewalt und Krieg: Ein erbitterter Machtkampf zwischen Kiir und seinem Vize Machar mündete im Dezember 2013 in einen Bürgerkrieg, Zehntausende Menschen wurden getötet, mehr als 2,5 Millionen vertrieben. Rund fünf Millionen Menschen sind inzwischen auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen.

Auf Grundlage eines Friedensabkommens vom August des vergangenen Jahres stehen die einstigen Rivalen seit dem Frühjahr wieder gemeinsam an der Spitze des jungen Staates. Doch die Gefechte nähren die Angst, dass der Südsudan zurück in einen Bürgerkrieg rutschen könnte.

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