Südsudan Uno hat Hinweise auf Kriegsverbrechen

Willkürliche Verhaftungen und Massenexekutionen: Die Uno hat Hinweise auf Kriegsverbrechen im Südsudan. Unter anderem wurden Massengräber entdeckt. Das Schicksal Tausender verschwundener Menschen ist ungeklärt.

Flüchtlinge im Südsudan: Zehntausende sind auf der Flucht
REUTERS

Flüchtlinge im Südsudan: Zehntausende sind auf der Flucht


Genf/Juba - Im Machtkampf zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Südsudan sind in den vergangenen Tagen offenbar Kriegsverbrechen begangen worden. "Wir haben ein Massengrab in Bentiu, im Bundesstaat Unity, entdeckt, und es gibt Berichte über mindestens zwei weitere Massengräber in Juba", teilte die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, am Dienstag in Genf mit. Nach Angaben von Uno-Diplomaten sollen mindestens 75 Leichen gezählt worden sein.

In dem Konflikt, der immer mehr in einen Bürgerkrieg auszuarten droht, häufen sich laut Pillay Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Seit Beginn der Kämpfe vor gut einer Woche habe es Massenexekutionen gegeben, Menschen würden willkürlich verhaftet. "In den letzten Tagen sind massenweise außergerichtliche Tötungen und Angriffe auf Menschen allein wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit dokumentiert worden", sagte Pillay.

Hunderte Zivilisten seien in den vergangenen Tagen bei Razzien in Juba verschleppt worden, mehrere hundert Angehörige der Polizeikräfte seien ebenfalls festgenommen worden. Ihr Schicksal ist unklar.

Uno-Sicherheitsrat kommt an Heiligabend zusammen

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die kriegführenden Parteien im Südsudan zuvor gewarnt. Die Berichte über Kriegsverbrechen würden genau untersucht. Die Verantwortlichen sollten zur Rechenschaft gezogen werden.

In dem erst 2011 gegründeten Staat war vor gut einer Woche ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar eskaliert, die den verfeindeten Volksgruppen der Dinka und Lou Nuer angehören. Seitdem eroberten die Aufständischen mehrere Städte, Hunderte Menschen wurden getötet, Zehntausende in die Flucht getrieben.

Die 75 Toten aus dem Massengrab von Bentiu sollen nach Uno-Angaben allesamt Angehörige der Regierungsarmee SPLA sein. Höchstwahrscheinlich handele es sich bei ihnen um Mitglieder der Dinka. Der Ort befindet sich seit einigen Tagen unter Kontrolle der Truppen von Rebellenführer Machar.

Angesichts der dramatischen Lage ist für Dienstag eine Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats angesetzt, um das Truppenkontingent der Blauhelm-Mission im Südsudan (Unmiss) um 5500 Soldaten aufzustocken. Zur Unmiss gehören bislang 7000 Blauhelm-Soldaten, 900 Polizisten sowie mehr als 2000 Zivilisten aus dem In- und Ausland.

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tjivi 24.12.2013
1. Dringlichkeitssitzung?
Ich kann es nicht mehr hören. Während tausende Zivilisten sterben, wird geredet statt gehandelt. Warum reagiert die Welt nicht so schnell wie z.B. in Libyen? Ach ja: da wollte man Gaddafi entmachten. Das hat natürlich Priorität vor Menschenleben. Aber den Wert eines Zivilisten kann man ja bereits in Syrien beobachten bzw. den Flüchtlingslagern in Jordanien, Türkei, Libanon. Die Menschen warten krank, verletzt, unterversorgt in Eiseskälte auf humanitäre Hilfe. Den Menschen auf den Philippinen wird es nicht besser gehen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Arme Menschheit.
spon-facebook-10000523851 24.12.2013
2. Aha, da wird wieder vorgeworfen.
Und dann ? Es gibt nur 3 Moeglichkeiten fuer den Kontinent. 1. Alle abziehen und dann warten bis Afrika intern alles regelt. Koennte jedoch lange dauern. 2. "Friedenstruppen" die aber nicht nur mit blauen Helmchen rumstehen und Geld verplempern sondern sauber machen , oder 3. Diktatur . Dieser ganze Unsinn geht mir auf den Geist; speziell wenn ich daran denke, dass halb Afrika nach Europa und Nordamerika umsiedeln will. Oder nehmen wir Syrien. Kein Mensch weiss mehr wer da eigentlich warum gegen wen ist, aber trotz der ueber 100.000 Toten wuergt man da herum und redet ueber eine Friedenskonferenz, die absolut NICHTS bringt ausser das Gegenteil dessen was man sich erhofft. Oder man schaue in den Iraq, wo mit Waffengewalt versucht wurde "Frieden , Freiheit und Demokratie" einzurichten. Sinnloser und kostspieliger Unsinn das Ganze. Afrika braucht Zeit genau so wie Europa seine Zeit brauchte. Auch da hat man sich gegenseitig die Ruebe eingeschlagen, bis es dann einigermassen ging. Es ist halt so weil wir Menschlein halt mal so sind.
syracusa 24.12.2013
3.
Zitat von spon-facebook-10000523851Und dann ? Es gibt nur 3 Moeglichkeiten fuer den Kontinent. 1. Alle abziehen und dann warten bis Afrika intern alles regelt. Koennte jedoch lange dauern. 2. "Friedenstruppen" die aber nicht nur mit blauen Helmchen rumstehen und Geld verplempern sondern sauber machen , oder 3. Diktatur . Dieser ganze Unsinn geht mir auf den Geist; speziell wenn ich daran denke, dass halb Afrika nach Europa und Nordamerika umsiedeln will. Oder nehmen wir Syrien. Kein Mensch weiss mehr wer da eigentlich warum gegen wen ist, aber trotz der ueber 100.000 Toten wuergt man da herum und redet ueber eine Friedenskonferenz, die absolut NICHTS bringt ausser das Gegenteil dessen was man sich erhofft. Oder man schaue in den Iraq, wo mit Waffengewalt versucht wurde "Frieden , Freiheit und Demokratie" einzurichten. Sinnloser und kostspieliger Unsinn das Ganze. Afrika braucht Zeit genau so wie Europa seine Zeit brauchte. Auch da hat man sich gegenseitig die Ruebe eingeschlagen, bis es dann einigermassen ging. Es ist halt so weil wir Menschlein halt mal so sind.
Es gibt unendlich mehr Handlungsmöglichkeiten. Mein Vorschlag: *Einrichtung von UN-Protektoraten*. Vollständige Entwaffnung und Demilitarisierung gescheiterter Staaten und solcher, die sich befristet freiwillig einem UN-Regime unterstellen. Gegenleistung der UN: Verteidigung der Grenzen, Sicherung nach Innen, Aufbau von Infrastruktur und Bildungssystem, Entwicklung der Wirtschaft. Staaten, in denen Menschenrechte massiv verletzt werden, haben die Wahl, sich entweder freiwillig einem UN-Regime zu interwerfen, oder vollständig isoliert zu werden. Mit solchen Staaten darf kein Handel betrieben werden, Reisen in oder aus diesen Staaten sind nicht gestattet. Leider wäre sowas sehr teuer.
paulomarlene 25.12.2013
4. Krieg in Afrika
Das alles ist nichts neues.In ganz Afrika gibt es im Moment 54 Kriege oder Konflikte.Also kein Geld,Lebensmittel,Medikamente oder gar Soldaten dort hinschicken,das alles geht nur in die Taschen von korrupten Politikern oder Militaers.Das ist zwar nicht schoen was ich schreibe aber wahr.Wo sind die 2 Billionen Entwicklungsgelder geblieben?Der dos Santos Clan von Angola koennte Ihnen das erklaeren,seine Tochter ist die erste Milliardaerin von Afrika.
laufmichel 25.12.2013
5. Da stimme ich Ihnen zu
Zitat von spon-facebook-10000523851Und dann ? Es gibt nur 3 Moeglichkeiten fuer den Kontinent. 1. Alle abziehen und dann warten bis Afrika intern alles regelt. Koennte jedoch lange dauern. 2. "Friedenstruppen" die aber nicht nur mit blauen Helmchen rumstehen und Geld verplempern sondern sauber machen , oder 3. Diktatur . Dieser ganze Unsinn geht mir auf den Geist; speziell wenn ich daran denke, dass halb Afrika nach Europa und Nordamerika umsiedeln will. Oder nehmen wir Syrien. Kein Mensch weiss mehr wer da eigentlich warum gegen wen ist, aber trotz der ueber 100.000 Toten wuergt man da herum und redet ueber eine Friedenskonferenz, die absolut NICHTS bringt ausser das Gegenteil dessen was man sich erhofft. Oder man schaue in den Iraq, wo mit Waffengewalt versucht wurde "Frieden , Freiheit und Demokratie" einzurichten. Sinnloser und kostspieliger Unsinn das Ganze. Afrika braucht Zeit genau so wie Europa seine Zeit brauchte. Auch da hat man sich gegenseitig die Ruebe eingeschlagen, bis es dann einigermassen ging. Es ist halt so weil wir Menschlein halt mal so sind.
Afrika, Asien oder Arabien sind andere Kulturen und Völker. Ich kann es auch nicht begreifen, warum wir in Europa versuchen, diese Länder zu missionieren. An den Waffenverkäufen verdienen wir Industrienationen uns eine goldene Nase. Das sollte fürs erste reichen. Wenn diese Völker soweit sind, wie wir in Europa, dann Gnade uns Gott. Dann wird der Spieß umgedreht.
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