Südsudan US-Flugzeug beschossen - vier Soldaten verletzt

Die Bundeswehr hat deutsche Staatsbürger aus dem Südsudan ausgeflogen - nun zeigt sich, wie gefährlich der Einsatz gewesen sein könnte. Bei einer vergleichbaren Mission ist ein amerikanisches Transportflugzeug beschossen worden, vier Soldaten wurden verletzt.

Südsudanesische Soldaten: Die Gewalt in dem Land eskaliert
REUTERS

Südsudanesische Soldaten: Die Gewalt in dem Land eskaliert


Washington - Bei einem Angriff auf US-Streitkräfte im Südsudan sind vier amerikanische Soldaten verletzt worden. Ein US-Transportflugzeug sei beim Landeanflug am Samstag beschossen worden, teilte das US-Kommando für Afrika mit. Die Maschine sei dann zu einem Flugplatz außerhalb Südsudans geflogen.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AFP gemeldet, dass US-Hubschrauber beschossen worden seien. Der US-Sender CNN meldete den Beschuss von zwei Flugzeugen.

Laut AFP waren die Amerikaner in der von Rebellen eroberten Stadt Bor im östlichen Bundesstaat Jonglei unterwegs, um US-Bürger zu evakuieren. Als sie beschossen wurden, drehten die Streitkräfte demnach ab und kehrten ins benachbarte Uganda zurück.

Das Pentagon teilte mit, die Evakuierung von US-Bürgern aus Bor sei abgebrochen worden. Die Verletzten werden nun offenbar in Kenia behandelt.

Ein Sprecher der südsudanesischen Streitkräfte machte die Rebellen um den früheren Vizepräsidenten Riek Machar für den Angriff verantwortlich.

Blauhelmsoldaten getötet

In dem trotz reicher Ölvorkommen völlig verarmten zentralafrikanischen Land war am vergangenen Sonntag der schwelende Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und den Anhängern seines früheren Stellvertreters Machar gewaltsam ausgebrochen. Bei Kämpfen zwischen den verfeindeten Lagern und Volksgruppen wurden in Juba und anderen Landesteilen Dutzende Menschen getötet, darunter zwei indische Blauhelmsoldaten. Zehntausende Bürger suchten auf Uno-Stützpunkten Zuflucht vor der Gewalt.

Die Evakuierungsaktion der Amerikaner ist vergleichbar mit einer deutschen Mission. Auch die Bundeswehr hat 98 Personen aus dem Land ausgeflogen. In zwei Transall-Flügen seien außer Deutschen auch Bürger anderer Staaten mitgenommen worden, teilte die Bundeswehr am Samstag mit. Mit dem zweiten Flug habe auch der deutsche Botschafter den Südsudan verlassen, erklärte das Auswärtige Amt. Alle seien zunächst in das benachbarte Uganda gebracht worden.

Mit einem weiteren Flugzeug verließen nach Angaben der Bundeswehr der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Hans-Werner Fritz, sowie weitere Deutsche das Land und kehrten nach Berlin zurück. Fritz hatte tagelang im Südsudan festgesessen. 16 im Rahmen des Uno-Einsatzes Unmiss in Südsudan stationierte Bundeswehrsoldaten sind noch dort.

Die deutsche Evakuierungsmission ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie wenige Tage nach Amtsantritt der neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) startete.

wal/AFP/dpa

insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ScaryJow 21.12.2013
1.
Das heißt nicht "verletzt" sondern "verwundet". Verletzt ist man, wenn man von einem Baum fällt oder sich in den Finger schneidet.
wolfgangwe 21.12.2013
2. verletzt....?
Vielleicht haben sich ja die 4 wirklich nur verletzt, z.B. beim Weglaufen den Fuss berstaucht, sind hingefallen und haben sich das Nasenbein gebrochen?
snake-4 21.12.2013
3. häh?
[quote] Die deutsche Evakuierungsmission ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie wenige Tage nach Amtsantritt der neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) startete. [/qoute] was soll daran bemerkensert sein? hat unsere alleskönnerursel den einsatz befohlen, geplant und geleitet? man hätte auch schreiben können, daß der einsatz bemerkenswert war, weil er zwei wochen nach nikolaus statt fand. und wer war für den angriff verantwortlich? niemand weiß es. das gesabbel von einem sprecher von irgendwas kann man wohl getrost ignorieren. wichtig sind die ölvorkommen, alles andere interessiert doch niemanden. warum also diese " nachricht". muß bild-blome jetzt auch hier die regierung stark schreiben? wenigstens würde das die abfallende qualität von spon erklären.
john_doo 22.12.2013
4.
Was machen denn bitteschön die Amis wieder dort? Wieso lassen die sich beschießen? Haben die Amis nicht eine hochgerüstete Luftwaffe um mits Flairs o.ä. zu antworten? Wurden sie wirklich beschossen oder war das wieder ein Beschuss vergleich mit dem Zwischenfall im Golf von Tonking? Fragen über Fragen.
spon-facebook-1629421895 23.12.2013
5. @john_doo
Erklären sie mir mal, was Flares gegen Projektile ausrichten sollen. SAMs hätten ein Transportflugzeug runtergeholt, aber diese hat der Sudan nicht. Was die USA dort machen? Also genauer, die Bürger? Arbeiten. Dann gäbe es noch die UNO...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.