Konflikte Südsudan bezichtigt den Norden neuer Luftangriffe

Die angespannte Situation zwischen Südsudan und Sudan droht zu eskalieren: Die Regierung in Juba wirft dem Norden vor, erneut Ziele in der Grenzregion bombardiert zu haben. Ein geplantes Gipfeltreffen der beiden Länder wurde abgesagt.


Juba - Der Sudan hat nach Angaben des Südsudan am Dienstag am zweiten Tag in Folge Ziele in der ölreichen Grenzregion bombardiert. Flugzeuge des Nordens hätten über dem südsudanesischen Bundestaat Unity zwei Bomben abgeworfen, sagte der Informationsminister von Unity, Gideon Gatpan. Die Angriffe hätten vermutlich Ölfeldern gegolten. Die Bomben hätten nach bisherigem Kenntnisstand weder Menschen verletzt noch Ölinfrastruktur beschädigt, sagte Gatpan. Sie schlugen demnach rund 35 Kilometer entfernt von Bentiu ein, der Hauptstadt des an den Sudan angrenzenden Bundesstaates.

Am Montag hatte Südsudans Staatschef Salva Kiir erklärt, der Sudan habe mit Luftangriffen und Bodentruppen den Bundesstaat Unity attackiert. Der Angriff sei zurückgeschlagen worden, südsudanesische Truppen hätten zudem Teile des ölreichen Gebiets Heglig erobert. Dieses liegt auf sudanesischem Territorium, wird aber von beiden Staaten beansprucht.

Ein sudanesischer Armeesprecher in Khartum sprach von "begrenzten Zusammenstößen". In der Nacht zum Dienstag sagte Staatschef Omar al-Baschir aber laut Staatsradio seine Teilnahme an einem für Anfang April geplanten Treffen mit Kiir in der südsudanesischen Hauptstadt Juba ab.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte nach den Kämpfen vom Montag ein Ende der Gewalt. Ein Sprecher sagte, der Generalsekretär sei "sehr besorgt" über die "militärischen Zusammenstöße in der Grenzregion" und fordere beide Seiten auf, die bereits getroffenen Vereinbarungen über Sicherheit, Grenzüberwachung und die umstrittene Region Abyei, die an Unity angrenzt, zu beachten und umzusetzen. Ban appellierte zugleich an die Führungen beider Staaten, an dem geplanten Treffen in Juba festzuhalten.

Die Beziehungen zwischen Khartum und Juba sind seit der Unabhängigkeitserklärung des Südsudan im Juli 2011 sehr gespannt. Beide Staaten streiten um Territorium und Öl, zudem werfen sie sich gegenseitig vor, Rebellen im jeweils anderen Land zu unterstützen. Auch bei den Kämpfen vom Montag sollen Rebellen beteiligt gewesen sein.

hen/AFP



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