Suezkanal Iran verwirrt mit Kriegsschiff-Provokation

Kommen sie durch den Suezkanal ins Mittelmeer oder nicht? Die Passage zweier iranischer Kriegsschiffe ist offenbar vorläufig gestoppt worden- nach massiven Protesten aus Israel. Das iranische Staatsfernsehen meldet allerdings, Ägypten habe die Durchfahrt genehmigt.
Iranische Fregatte "Alvand": Provokation gegen Israel

Iranische Fregatte "Alvand": Provokation gegen Israel

Foto: MAJID JAMSHIDI/ AFP

Kairo/Suez - Die Affäre um zwei iranische Marine-Schiffe im Roten Meer entwickelt sich zu einem diplomatischen Verwirrspiel. Ägypten hatte nach einem Bericht des Nachrichtensenders al-Arabija am Donnerstag eine Passage des Suezkanals untersagt.

Am Nachmittag meldete das iranische Staatsfernsehen dagegen, die Behörden in Ägypten hätten "keine Einwände" gegen eine Durchfahrt der Verbindung von Rotem Meer und Mittelmeer. Die Passage würde daher stattfinden. Als Quelle wurde ein Vertreter der iranischen Marine angegeben, einen Namen nannte der Fernsehsender nicht.

Nach Angaben eines Sprechers des ägyptischen Außenministeriums habe es jedoch bisher keinen Antrag auf eine Durchfahrt des Kanals gegeben.

Laut Suezkanal-Verwaltung erhalten alle Handelsschiffe eine Passageerlaubnis, solang sich Ägypten nicht im Kriegszustand befindet. Für die Durchfahrt aller Militärschiffe sei aber eine Erlaubnis der Außenministeriums nötig. Diese würde in der Regel erteilt - oft auch sehr kurzfristig erteilt.

Der Völkerrechtler James Kraska vom US Naval War College sagte, solange die Iraner keine aggressiven Operationen in dem Gebiet ausführten, hätten sie wie jedes andere Land das Recht, den Kanal zu nutzen.

Israel

wirft der iranischen Regierung vor, sie wolle mit der Entsendung der Schiffe ins Mittelmeer provozieren. Die israelische Armee wollte sich am Donnerstag nicht zu möglichen Schritten äußern.

Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars hatte Ende Januar gemeldet, Marinekadetten hätten eine einjährige Ausbildung begonnen, im Zuge derer sie über den Golf von Aden ins Rote Meer und durch den Suezkanal ins Mittelmeer schippern würden.

Stationierung der Schiffe in Syrien geplant?

In Israel geht man davon aus, dass die Fregatte "Alvand" und das Versorgungsschiff "Kharq" für ein Jahr in einem syrischen Hafen stationiert werden sollen. Warum die iranischen Schiffe Übungen im Mittelmeer abhalten sollen, war zunächst nicht klar. Sie kämen damit jedoch dem Erzfeind Israel näher sowie dem verbündeten Syrien und dem Libanon, wo die pro-iranische Hisbollah großen Einfluss hat.

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hatte am Mittwoch bei einer Konferenz in Jerusalem gesagt, der iranische Schritt beweise, "dass Selbstüberschätzung und Dreistigkeit in Iran täglich zunehmen". Die internationale Gemeinschaft müsse "verstehen, dass Israel diese Provokationen nicht ewig ignorieren kann", warnte er.

Zugleich warf Lieberman der internationalen Gemeinschaft vor, nicht bereit zu sein, mit den Provokationen Teherans umzugehen. Iran habe seit der islamischen Revolution 1979 keine Kriegsschiffe mehr durch den Kanal entsandt, meldete die Zeitung "Jedioth Ahronoth".

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte lediglich, die USA beobachteten die Situation.

jok/dpa/Reuters
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