Konsequenzen aus Geiseldrama Australien will Regelungen für Verdächtige verschärfen

Drei Menschen starben bei der Geiselnahme in einem Café in Sydney, vier wurden verletzt. Jetzt diskutiert Australien, wie solche Taten künftig verhindert werden könnten. Der erste Vorschlag wird schon debattiert.

Blumen auf dem Martin Place in Sydney: Reaktion auf den Terror
Getty Images

Blumen auf dem Martin Place in Sydney: Reaktion auf den Terror


Sydney - Bei einer Geiselnahme in einem Café im Zentrum von Sydney sind drei Menschen ums Leben gekommen - nun diskutiert Australien über die möglichen Konsequenzen: "Wir müssen uns fragen: Hätte dies verhindert werden können?", sagte Premier Tony Abbott. "Wie kann jemand mit so einer Geschichte auf freiem Fuß sein?", sagte er an einer spontan entstandenen Gedenkstätte in Tatortnähe.

Am Montag hatte der iranische Islamist Man Haron Monis 17 Geiseln stundenlang in einem Café gefangen gehalten. In der Nacht stürmte die Polizei das Gebäude, zwei Geiseln und Monis starben dabei. Monis war unter anderem wegen Beihilfe zum Mord an seiner Exfrau und sexuellen Übergriffen in mehr als 40 Fällen angeklagt. Er betrieb auch eine Webseite mit extremistischen Ansichten.

Die Geiselnahme hatte sich am Montag über 16 Stunden hingezogen. Mindestens sechs Personen war in der Nacht die Flucht gelungen. Mehrere Menschen wurden nach der Stürmung der Polizei verletzt aus dem Gebäude getragen, laut Augenzeugen mussten zudem mindestens zwei Opfer wiederbelebt werden. Unter den Verletzten soll mindestens ein Polizist sein.

Die Debatte in Australien kreist derweil auch schon um mögliche Verschärfungen gesetzlicher Regelungen. So sollen etwa die Bestimmungen verschärft werden, unter denen Angeklagte gegen Kaution auf freiem Fuß bleiben können. Das kündigte der Ministerpräsident des Bundesstaates New South Wales, Mike Baird, an. "Wir sind alle entsetzt, dass dieser Typ frei herumlief", sagte er.

mxw/dpa



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