Bürgerkrieg in Syrien Viele Tote bei Luftangriff auf Aleppo

Die Angriffe auf die syrische Stadt Aleppo gehen weiter: Erneut haben Regierungstruppen das umkämpfte Gebiet aus der Luft bombardiert. Dabei wurden laut Menschenrechtlern mindestens 33 Menschen getötet.

Zerstörte Moschee: Bei einem Luftangriff starben in der syrischen Stadt Aleppo mindestens 33 Menschen
REUTERS

Zerstörte Moschee: Bei einem Luftangriff starben in der syrischen Stadt Aleppo mindestens 33 Menschen


Aleppo - Syrische Streitkräfte haben aus der Luft ein von Rebellen kontrolliertes Viertel in der Stadt Aleppo angegriffen. Bei dem Luftangriff starben mindestens 33 Menschen, zahlreiche Menschen wurden verletzt. Der Raketenangriff zielte auf einen Markt im Stadtteil Halak im Nordosten der Stadt, wie die oppositionsnahe syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mitteilte. Den Angaben zufolge feuerte ein Kampfjet binnen weniger Minuten zwei Raketen ab.

Aktivisten berichteten hingegen, ein Helikopter habe drei Fassbomben abgeworfen. Solchen Angriffe wurde in der Vergangenheit regelmäßig beobachtet. Erst am Mittwoch waren der Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge bei einem Luftangriff auf eine Schule in Aleppo zehn Kinder und acht Erwachsene getötet worden.

Die syrische Armee hatte Mitte Dezember eine Offensive gegen die von Rebellen gehaltenen Viertel der früheren Wirtschaftsmetropole des Landes gestartet. Hunderte Menschen wurden seitdem getötet. Die Offensive in Aleppo ist Teil eines andauernden Bürgerkrieges: Der syrische Präsident Baschar al-Assad versucht seit rund drei Jahren, einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. In dem Krieg wurden bislang mehr als 150.000 Menschen getötet. Millionen sind auf der Flucht.

Vor wenigen Tagen hatte Assad angekündigt, bei der geplanten Präsidentenwahl am 3. Juni erneut anzutreten. Das syrische Regime will die umstrittene Präsidentenwahl unbedingt durchziehen, auch wenn überall Bomben und Granaten explodieren. 23 Bewerber wollen gegen Machthaber Assad antreten. Die endgültige Zahl der Anmeldungen gab Parlamentssprecher Dschihad al-Laham nach Ablauf der Frist am Donnerstag bekannt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete.

Aus Sicht der Opposition ist die geplante Wahl nicht mehr als ein "absurdes Theater". Auch westliche Diplomaten haben dringend davon abgeraten, mitten im Bürgerkrieg wählen zu lassen. Sie kritisierten auch, dass Assad kandidieren will. Seine "Herausforderer" gelten als Zählkandidaten. Der bekannteste unter ihnen ist Hassan al-Nuri, ein Ex-Staatsminister und Fabrikant für Schuhputz-Schwämme. Als Kandidatin hat sich auch Sausan al-Haddad gemeldet, die für ihre Bewerbung extra aus Assads Baath-Partei ausgeschieden war.

Assad regiert Syrien seit dem Tod seines Vaters, Präsident Hafis al-Assad, im Jahr 2000. Er ist noch nie zuvor bei einer Wahl mit Gegenkandidaten angetreten.

jbe/AFP/dpa/Reuters/AP

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the_secret62 01.05.2014
1. Demokratie?
Sind Wahlen denn keine Form von Demokratie und warum sollen sie jetzt gerade nicht stattfinden? Weil assad das Volk hinter sich hat? Weil die Selbsternannte "Opposition" in London sitzt und keine Chance hat bei den Wahlen mitzumischen? Eure atlantischen Partner haben sich in Syrien verzockt! Die Menschen wählen das kleinste Übel und das ist assad. Grausame Bilder von gefolterten, gekreuzigten und ermordeten Menschen - besonders Christen - sind zu sehen. Da geht man eben den Halsabschneidern aus dem Weg!!
original-native 01.05.2014
2. Wenn nicht Assad dann lieber Bin Laden ?
Was ich damit sagen möchte, wie kann es sein dass eine Opposition die großenteils aus radikalen Islamisten besteht Forderungen stellen darf und diese auch noch vom Westen als legitim angesehen werden? Aber was noch viel mehr zu kritisieren ist...wie kann es sein dass die gleichen Terroristen in Mali oder Jemen, Afghanistan und sonst wo bekämpft werden während sie in Syrien unterstützt werden?
apalanca 02.05.2014
3. Unsere Ranghohen
sollten sich mehr dafür einsetzen, dass dieses sinnlose Morden aufhört, als für die Ukraine, dir noch nicht brennt. Hier hat der ganze Westen versagt und dem Osten gezeigt, wo der Schwachpunkt liegt. Assad tut was er will.. Welcher Präsident wirft solch dreckige Mittel wie C- oder Fassbomben auf sein Volk? Mit leeren Drohungen, antriebslosem und ziellosem Einsatz wird nur "lächerliche" Politik betrieben... In Sachen Syrien darf man doch noch nicht aufgegeben haben! Gut das jeder Mitbürger hier seiner Meinung Ausdruck schenken darf. Peace for the World!
postorgel 02.05.2014
4. da aleppo ohnehin fast nur noch aus truemmern besteht
und sich dort ueberwiegend Terroristen aufhalten, kann ich die Tragik ein es Luftangriffs nicht sorecht erkennen. immerhin sind diese Terroristen letztendlich für den Bürgerkrieg verantwortlich. das sehen uebrigens die "befreiten" Syrer nicht anders.
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