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29. Juni 2013, 14:01 Uhr

Bürgerkrieg in Syrien

Assads Kampfjets attackieren Rebellenhochburg Homs

Mit Luft- und Artillerieangriffen hat die syrische Armee eine Offensive gegen die Rebellenhochburg Homs gestartet. Die Truppen von Präsident Assad wollen die Stadt wieder komplett kontrollieren - Rebellen sprechen von einem der "gewalttätigsten Tage" seit Ausbruch des Kriegs.

Beirut/Berlin - Amateurvideos im Internet zeigen Explosionen und weiße Rauchwolken, das staatliche Fernsehen berichtet, die Einheiten machten "gute Fortschritte": Die syrische Armee hat eine Offensive gegen die von Milizen der Rebellen gehaltenen Gebiete der Stadt Homs gestartet. Laut Agenturberichten wurden die Angriffe mit Kampfflugzeugen und Artilleriegeschossen geführt.

Der Stadtteil Chalidija sei von Bodentruppen direkt angegriffen worden, das Viertel Dschuret al-Schijja wurde nach Angaben von Aktivisten aus der Luft beschossen. Auch die Stadtteile Bab Hud, Hamidija und Bustan al-Diwan seien attackiert worden, erklärte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ziel der Truppen von Staatschef Baschar al-Assad sei es, "die ganze Stadt zu kontrollieren".

Homs ist die drittgrößte Stadt Syriens und wurde nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs vor zwei Jahren von den Rebellen zur "Hauptstadt der Revolution" erklärt. Die Armee kontrolliert zwar den Großteil der Stadt der 650.000-Einwohner-Stadt, versucht aber seit über einem Jahr vergeblich, auch die übrigen Viertel, insbesondere die Altstadt, einzunehmen.

"Gewalttätigster Tag"

Die jüngste Offensive folgt einer Reihe aktueller Vorstöße der Assad-Truppen in der Provinz, die an Libanon grenzt. Unterstützung erhalten Assads Militärs dabei von Kämpfern der radikalislamischen libanesischen Hisbollah-Miliz. Die Regierungstruppen kontrollieren inzwischen einen Korridor, der die Hauptstadt Damaskus wieder mit Assads traditionellen Hochburgen an der Mittelmeerküste verbindet.

Auch die Rebellen verzeichnen einige kleine Siege. Erst kürzlich entschieden sie eine zwei Wochen dauernde Schlacht um einen Militärstützpunkt nahe Daraa im Süden des Landes für sich. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz gilt als Geburtsstätte des Aufstands gegen Assad und ist daher von besonderer strategischer Bedeutung: Die Rebellen hoffen, zu gegebener Zeit von Daraa aus auf die Hauptstadt Damaskus zu marschieren.

Ein hochrangiger Vertreter der Sicherheitsbehörden bestätigte der Nachrichtenagentur AFP die heftigen Kämpfe in Homs. Es sei wichtig, "die Viertel von Homs aus den Händen bewaffneter Terroristen zu befreien", sagte er. Die Armee rücke an allen Fronten vor, allerdings in unterschiedlichem Tempo. Vor einigen Tagen habe die Armee bereits die Region Kariatain südöstlich von Homs zurückerobert.

Die lokalen Koordinierungskomitees, ein Zusammenschluss von Aufständischen, erklärte, im Stadtteil Chaldija seien binnen einer Viertelstunde mehr als hundert Granaten niedergegangen. "Heute ist einer der gewalttätigsten Tage in Homs seit Beginn der Revolution", sagte Aktivist Tarik Badrakhan der Agentur AP.

Seit dem Ausbruch der militärischen Auseinandersetzungen sind laut Uno-Angaben im syrischen Bürgerkrieg 93.000 Menschen getötet worden, 1,7 Millionen seien vor den Kämpfen in angrenzende Länder geflüchtet.

bor/Reuters/AFP/AP

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