Syrien Assad-Anhänger attackieren arabische Botschaften

Weil Syrien den ausgehandelten Friedensplan ignoriert, hat die Arabische Liga das Land bis auf weiteres von allen Treffen ausgeschlossen. Die Anhänger von Präsident Baschar al-Assad reagierten prompt - und attackierten arabische Botschaften und Konsulate.  

Syrische Flagge auf der Botschaft Katars: "Wir opfern uns für dich, Baschar"
AFP

Syrische Flagge auf der Botschaft Katars: "Wir opfern uns für dich, Baschar"


Damaskus - Nur Stunden, nachdem die Arabische Liga die Mitgliedschaft Syriens ausgesetzt hatte, haben wütende Anhänger von Präsident Baschar al-Assad mehrere arabische Vertretungen im Land attackiert: Mit Messern und Stöcken bewaffnet sind zahlreiche Menschen in die saudi-arabische Botschaft in Damaskus eingedrungen. Sie hätten Fenster eingeschlagen und Einrichtungsgegenstände mitgenommen oder hinausgeworfen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Zuvor sei bereits ein Steinhagel auf das Gebäude niedergegangen. Ein Diplomat in Damaskus hat die Vorfälle bestätigt.

"Wir opfern unser Blut und unsere Seele für dich, Baschar", haben die Männer Anwohnern zufolge gerufen. Die Botschaft von Saudi-Arabien liegt in einem gut bewachten Stadtteil im Regierungsviertel. Auch die Botschaft von Katar wurde in Syriens Hauptstadt attackiert.

In der Hafenstadt Latakia, rund 330 nördlich von Damaskus, kam es zu Ausschreitungen in den Konsulaten von Frankreich und der Türkei. "Wir können uns noch kein genaues Bild der Lage verschaffen", sagte der Diplomat. "Aber die Attacken dort scheinen schwerwiegend gewesen zu sein."

Abkommen ignoriert

Die Arabische Liga hatte zuvor nicht nur die Mitgliedschaft Syriens ausgesetzt, sondern auch die Botschafter der arabischen Staaten aufgefordert, ihre Botschafter aus Damaskus abzuziehen. Der Grund für die Suspendierung war ein von Syrien ignoriertes Abkommen: Damaskus hatte am 2. November einem Friedensplan der Liga zugestimmt, diesen aber nicht umgesetzt. Der Plan sieht den Rückzug der Armee aus den Städten, ein Ende der Gewalt, die Freilassung der politischen Gefangenen und die Zulassung unabhängiger Beobachter vor.

Der am Samstag bekanntgegebene Entschluss soll so lange gelten, bis die syrische Regierung eine Vereinbarung umsetzt, die Gewalt gegen Regimegegner einzustellen. Syrien hat die Entscheidung als "illegal" kritisiert. Eine Suspendierung widerspreche dem Vertrag des Staatenbundes, erklärte der syrische Botschafter bei der Arabischen Liga, Yussef al-Ahmad, laut syrischen Staatsmedien.

Die Arabische Liga geht auf eine Initiative Ägyptens zurück und wurde von sieben arabischen Staaten 1945 in Kairo gegründet. Ziele der Organisation sind eine engere politische, kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie die Schlichtung innerarabischer Streitfälle.

aar/Reuters/AFP

insgesamt 2 Beiträge
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RagabAbdelaty 13.11.2011
1. Assad ist Kriegsverbrecher
Assad tötet Tag und nacht zivile Bürger und die welt schaut nur an. Das regime muss endlich verstehen, dass das Volk einen demokratischen wandel braucht und keine Angst mehr hat. Auch bezahlte Regime-Anhänger werden Assad nicht retten können. Wir leben im 21, Jahrhundert und die Zeit der Alleinherrschaft ist schon vorbei.
erwin777sti 13.11.2011
2. Es reicht - Assad ist veraltetes Modell, er MUSS schnellstens WEG !
Zitat von sysopWeil Syrien den ausgehandelten Friedensplan ignoriert, hat die Arabische Liga das Land bis auf weiteres von allen Treffen ausgeschlossen. Die Anhänger von Präsident Baschar al-Assad reagierten prompt - und attackierten*arabische Botschaften und Konsulate.** http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,797465,00.html
Ich hoffe, dass die zunehmende ausländische Kritik zu spürbarer Schwächung des Despoten Assad und seiner Schergen führt. Innerlich bin ich auch bereit, Bestimmungen des Völkersrechts zu brechen, wenn China & Russland meinen, dass Demonstranten mit milit'rischen Mitteln bekämpft werden sollen.
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