Syrien Assad beharrt auf "endgültigem Sieg" im Bürgerkrieg

Nach schwierigen Verhandlungen herrscht im syrischen Aleppo eine Waffenruhe - und schon sendet Machthaber Assad wieder aggressive Signale: Alle Rebellen seien brutale Feinde.

Syriens Machthaber Baschar al-Assad
AFP/ SANA

Syriens Machthaber Baschar al-Assad


Trotz einer neuen Waffenruhe und Friedensgesprächen setzt der syrische Machthaber Baschar al-Assad im Bürgerkrieg weiter auf einen "endgültigen Sieg". Syriens "heldenhafte Armee" werde "trotz der Brutalität der Feinde" nichts weniger als diesen akzeptieren, schrieb Assad zum Jahrestag des russischen Siegs über Nazi-Deutschland an den russischen Staatschef Wladimir Putin, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldet.

Zuvor war in der zuletzt heftig umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo am frühen Morgen eine erneute Waffenruhe in Kraft getreten, die zunächst weitgehend hielt. Sie soll den Weg zu einer Wiederaufnahme der stockenden Genfer Friedensgespräche ebnen.

Umstritten bei den Verhandlungen ist vor allem das Schicksal Assads. Die Opposition fordert seinen Rücktritt, das Regime will über die künftige Rolle des Präsidenten in Syrien überhaupt nicht verhandeln.

Die Ausweitung der Waffenruhe auf Aleppo hatten die USA am Mittwoch mit klaren Forderungen an den Kreml verknüpft. "Wir setzen darauf, dass Russland als Co-Vorsitzender der internationalen Syrien-Unterstützergruppe seinen Einfluss auf das Assad-Regime geltend macht. Die USA werden das Ihre tun", teilte das US-Außenministerium mit.

"Prolog zu einer vollwertigen Feuerpause"

Verteidigungsminister Ashton Carter forderte zudem mehr Engagement der Bündnispartner im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Er brachte einen Einsatz der Nato ins Spiel, die sich bisher aus dem Kampf gegen die Milizen heraushält. Dabei erwähnte er mögliche Aufklärungsflüge von "Awacs"-Maschinen, zu deren Besatzung in der Regel auch deutsche Soldaten gehören.

Von russischer Seite hieß es, die Feuerpause in Aleppo könnte der "Prolog zu einer vollwertigen Feuerpause" sein. "Aber wenn jemand wie die Nusra-Front bewusst den Frieden nicht will, wird er alle Seiten ständig provozieren und beschießen", sagte Generalmajor Igor Konaschenkow.

In anderen Teilen Syriens tobt die Gewalt weiter. So kamen bei einem Doppelanschlag in der zentralsyrischen Provinz Homs zehn Zivilisten ums Leben, 40 weitere Menschen wurden verletzt. Das berichtet die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, deren Angaben sich in der Vergangenheit als zuverlässig erwiesen hatten. Das Staatsfernsehen berichtete von mindestens sechs Todesopfern.

Den Angaben zufolge sprengte sich ein Selbstmordattentäter auf dem zentralen Platz der Ortschaft Machram Faukani in die Luft, gefolgt von der Explosion einer Autobombe. Die Ortschaft ist unter Kontrolle der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad und liegt zwischen der Stadt Homs und dem antiken Palmyra.

mxw/dpa/AFP

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