Syrien Rebellen misstrauen Assads Gesprächsangebot

Die syrische Regierung ist zu einem Dialog mit allen politischen Kräften im Land bereit. Das zumindest behauptete Außenminister Muallim bei einem Besuch in Moskau. Die Aufständischen verlangen weiterhin zunächst den Rücktritt von Präsident Assad. 

Präsident Assad:
REUTERS/ SANA

Präsident Assad:


Hamburg - Die syrische Regierung hat sich einer Agenturmeldung zufolge grundsätzlich offen für Gespräche mit der bewaffneten Opposition erklärt. "Wir sind bereit zu einem Dialog mit jedem, der das will - selbst mit denen, die Waffen in den Händen halten, weil wir glauben, dass es Reformen nicht durch Blutvergießen, sondern nur durch Dialog geben wird", zitierte die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass am Montag Syriens Außenminister Walid al-Muallim.

Der Militärchef der Rebellen, Selim Idris, bekräftigte daraufhin im TV-Sender al-Arabija die Forderung der Aufständischen, Gesprächen erst zuzustimmen, wenn Präsident Baschar al-Assad zurückgetreten sei. Ob auch al-Muallim an Gespräche mit der Opposition Bedingungen knüpfte, ging aus dem Bericht nicht hervor.

Der Außenminister äußerte sich der Agentur zufolge kurz vor einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Moskau. Der syrischen Oppositionschef Moas Alchatib sagte vor Reportern in Kairo, dass seine Reise nach Moskau vorerst verschoben werde. Zunächst wolle er abwarten, "wie sich die Dinge entwickeln".

Lawrow betonte, es gebe keine Alternative zu einer politischen Lösung des Konflikts. Diese müsse durch einen Dialog von Regierung und Opposition erzielt werden. Sollte das Blutvergießen anhalten, könne dies zum "Zusammenbruch" des Staates führen. Er sei jedoch weiterhin optimistisch hinsichtlich einer Lösung auf Verhandlungsbasis. Lawrow hatte in der vergangenen Woche erklärt, er sehe "positive Signale" hinsichtlich eines Dialogs. Russland hat auch den Chef der oppositionellen Nationalen Koalition, Ahmed Moas al-Chatib, zu Gesprächen eingeladen. Nach russischen Angaben könnte er Anfang März nach Moskau reisen.

Skepsis in Berlin

Ein Außenministeriumssprecher in Berlin reagierte skeptisch auf die Ankündigung al-Mualems. Es sei nicht das erste Mal, dass die syrische Regierung auf Ministerebene Bereitschaft zu Gesprächen signalisiert habe. Man messe die syrische Regierung allerdings nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten.

Assad versucht seit fast zwei Jahren, einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Dieser hat sich inzwischen zu einem Bürgerkrieg ausgewachsen. Zehntausende Menschen sind getötet worden, Hunderttausende sind vor der Gewalt ins Ausland geflohen.

Russland ist einer der letzten Verbündeten der Regierung in Damaskus. Gemeinsam mit China verhinderte Russland bereits zwei Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats zur Verurteilung der Assad-Regierung. In dem seit knapp zwei Jahren anhaltenden Konflikt in Syrien wurden nach Uno-Angaben bereits rund 70.000 Menschen getötet.

ler/AFP/Reuters

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rubjack 25.02.2013
1. optional
Schaun wir mal, wer zu Gesprächen bereit ist. Bedingungen kann nur stellen, wer am Gewinnen ist... davon ist die Opposition immer noch meilenweit entfernt. Das Bedingungenstellen macht es für die Gegenseite immer unmöglich ein Gespräch anzufangen. Anstatt das Blutvergießen beenden zu wollen, sorgt die opposition mit ihrem Verhalten dafür, dass es immer weiter geht. Es geht auch den Anführern der Opposition auch nur um IHRE Macht und dem damit verbundenen Möglichkeiten möglichst viel Geld abzugreifen. Denn ansonsten würden sie sich auch besser um ihre Kriegsinvaliden kümmern, was ja in einem Artikel vor einiger Zeit deutlich beschrieben wurde ;-)
fuchs008 25.02.2013
2. Gespräche heisst
Wenn die Rebellen auf Gespräche und einen Waffenstillstand eingehen, verlieren sie ihren Sold aus Saudi-Arabien. Das sind einfach keine Verhandlungspartner und das sollte auch jedem klar sein, der sich Frieden in Syrien wünscht.
ziegenzuechter 25.02.2013
3. ich kann
Zitat von sysopREUTERS/ SANADie Regierung des syrischen Präsidenten Assad ist zu einem Dialog mit allen politischen Kräften im Land bereit. Das zumindest behauptete Außenminister Muallim bei einem Besuch in Moskau. Die Aufständischen verlangen weiterhin zunächst den Rücktritt der Regierung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-assad-bietet-rebellen-gespraeche-an-a-885383.html
es einfach nicht glauben. die sogenannte opposition will überhaupt nicht verhandeln. sie will ohne abstriche ihren steinzeit-gottesstaat errichten. einfach unglaublich. das sterben geht weiter.
Nachtheinigte 25.02.2013
4. Syrien Verhandlungen
Die Oppositionellen und ihre Hintermänner und Finanziers und Waffenlieferanten wollen gar nicht verhandeln, das haben sie bisher bei allen Vermittlungsversuchen bewiesen. Das Syrien ganz, also die absolute Macht, sie wollen nicht teilen, also nicht nur die Hälftre. Und das wenn in Syrien alles in Schutt und Asche fällt, also es geht gar nicht um die Menschen, sondern um die Macht.
kainkani 25.02.2013
5.
Es geht nicht mehr um Bashar al Assad sondern viel mehr um die macht der Sunniten mit Unterstützung vom Terror Land Nr 1 Saudi Arabien,den die Saudis wollen kein Frieden
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