Vorwürfe aus Israel "Assad hat Sarin-Gas eingesetzt"

Es sind harte Vorwürfe gegen das syrische Regime: Laut einem General des israelischen Militärgeheimdienstes hat Damaskus mehrmals das tödliche Nervengas Sarin eingesetzt. Israel ist zudem besorgt, dass die Chemiewaffen in die Hände von Radikalen fallen könnten.

Möglicher Chemiewaffen-Einsatz: Schafkadaver in der Provinz Aleppo im März 2013
REUTERS

Möglicher Chemiewaffen-Einsatz: Schafkadaver in der Provinz Aleppo im März 2013


Tel Aviv - Israel wirft Baschar al-Assad vor, das tödliche Nervengas Sarin eingesetzt zu haben. "Assad hat in den vergangenen Wochen mehrmals Sarin-Gas gegen Rebellen eingesetzt", sagte General Itai Brun, Leiter der Analyse-Abteilung des israelischen Militärgeheimdienstes am Dienstag bei einer Konferenz des Instituts für nationale Sicherheitsstudien (INSS). Sarin-Gas gilt als eines der gefährlichsten Nervengifte. Es ist tödlicher als Senf- oder Chlorgas.

Schon in den vergangenen Wochen hat es Vorwürfe gegen das syrische Regime gegeben, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Um welche es sich gehandelt haben soll, wurde allerdings nicht gesagt.

Frankreich und Großbritannien schrieben in einem Brief an Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am 25. März, dass das syrische Regime mit Chemikalien angereicherte Geschosse eingesetzt habe. Dies hätten Bodenproben ergeben und Interviews mit Zeugen. Die syrische Opposition hatte wiederholt Assad vorgeworfen, Chemiewaffen eingesetzt zu haben, allerdings konnte dies bisher nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.

Damaskus hatte eine unabhängige Uno-Untersuchungskommission angefordert, um einen möglichen Chemiewaffen-Einsatz in der Provinz Aleppo im März aufzuklären. Bisher hat Assad diese jedoch nicht einreisen lassen.

"Es ist sehr besorgniserregend, dass Assad Chemiewaffen einsetzen konnte, ohne dass der Westen angemessen reagiert hat", sagte General Brun. US-Präsident Barack Obama hatte Chemiewaffen vage als "rote Linie" für Baschar al-Assad bezeichnet. Auf die jüngsten Vorwürfe haben die USA und die EU bisher überhaupt nicht reagiert. Beobachter warnten, Assad könnte nach und nach mit Chemikalien angereicherte Geschosse einsetzen, um zu testen, wo genau Washingtons rote Linie verläuft - und wie die USA im Falle eines Überschreitens reagieren wollen. Ein direktes Eingreifen der Nato-Länder in Syrien ist derzeit kaum vorstellbar.

Anders als im Irak 2003 ist es erwiesen, dass Syrien Chemiewaffen besitzt. Das Regime hatte dies selbst bestätigt. Brun geht davon aus, dass Damaskus mehr als tausend Tonnen an chemischen Kampfstoffen hat. "Es ist eine Tatsache, dass Assad diese Waffen einsetzt", sagte der General.

Den Rebellen sind bisher eine Fabrik zur Produktion von Chlor in die Hände gefallen, allerdings noch keine einsetzbaren Chemiewaffen. "Wir müssen uns Sorgen machen", warnte General Brun, "dass Chemiewaffen in die Hände von Elementen fallen, die nicht rational handeln."

ras

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realisto2012 23.04.2013
1. Gelaber
Assad hat dies, Assad hat das. WO sind die Beweise, dass er definitv was gemacht hat, was ihm der Westen und das heuchlerische Israel die ganze Zeit vorhalten? Hier wird eindeutig (im ganzen Medienrummel), die nächste FalseFlag-Attack vorbereitet. Erst wird in den Medien hoch und runter berichtet, dass er Giftgas hat und "womöglich" auch einsetzt. Nachdem die Meldung oft genug gebracht wurde...schickt man seine Blackwater..ahem..pardon..CIA-Marionetten dort hin und die schießen paar echte Giftgas-Raketen ab...danach findet man paar bezahlte Dumme die im Fernsehen das sagen, was von ihnen gefordert wird. Schwupps, schon hat man einen "gerechtfertigten" Grund in Syrien einmarschieren zu können/dürfen. Wenn ihr euch mal nicht ins eigene Knie schießt, ihr Spezialisten. Es wird KEINEN Krieg mehr geben!
Mogamboguru 23.04.2013
2. Mehr Feingefühl!
Und wieder einmal sind Israel und die FSA-Al Nusra verzweifelt darum bemüht, die USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und Quatar per fingierter "Gas Red Line" in ihren Krieg gegen Assad hinein zu ziehen, nachdem sie in den vergangenen drei Wochen von der regulären Syrischen Armee ordentlich den Hintern voll gekriegt haben und in Syrien an allen Fronten mit fliegenden Fahnen auf dem Rückzug sind. Etwas mehr Feingefühl im Timing ihrer Propaganda möchte man den PR-Abteilungen Israels und der FSA-Al Nusra schon wünschen - sonst wird's irgendwann unglaubwürdig...
bertelsmann-spiegel 23.04.2013
3. Erstens, weiss man wo´s herkommt - zweitens -
ist die Quelle mit Sicherheit genauso zuverlaessig wie damals im Irak ! (Und da steht ja heute fest, dass von den Vorwürfen, die dem Saddam Regime gemacht wurden so gut wie "null" zutreffen waren). Glück auf Eroberer - Befreier und Befrieder !!! (unabhaengig davon, was in Syrien wirklich vor sich geht - aber wer von den Eroberern weiss das schon ?) - Aber vorsichtshalber schon mal ein paar Milliarden an die "Opposition" (klingt besser als Rebellen) reinpumpen !
_muskote 23.04.2013
4.
"Israel ist zudem besorgt, dass die Chemiewaffen in die Hände von Radikalen fallen könnten." Wie jetzt, dann ist Assad also nicht radikal? Auch wenn er Giftgas einsetzen sollte?
Faceoff 23.04.2013
5. Passt zusammen
Zitat von sysopREUTERSEs sind harte Vorwürfe gegen das syrische Regime: Laut einem General des israelischen Militärgeheimdienstes hat Damaskus mehrmals das tödliche Nervengas Sarin eingesetzt. Israel ist zudem besorgt, dass die Chemiewaffen in die Hände von Radikalen fallen könnten. Syrien: Assad soll Chemiewaffe Sarin eingesetzt haben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-assad-soll-chemiewaffe-sarin-eingesetzt-haben-a-895925.html)
Es passt alles zusammen: 1.) Das gestern bekannt gewordene Massaker, verübt von Assads Schergen bei Damaskus. 2.) Die Entführung der christlichen Würdenträger, die wohl den Rebellen in die Schuhe geschoben werden soll. 3.) Nun der mutmaßliche Chemiewaffeneinsatz, attestiert von einem Geheimdienst-General, dessen Land unmittelbar von den Vorgängen in Syrien betroffen ist und dessen Geheimdienste - na ja, zwar einen zweifelhaften Ruf genießen, die aber dennoch sehr effektiv sind (das anerkennen sogar Israels Gegner). Das Assad-Regime ist verzweifelt, kommt trotz turmhoher militärischer Überlegenheit und fortlaufender Unterstützung durch Russland und den islamistisch regierten Iran nicht voran. Daher zieht es alle (wirklich alle) Register mit einem einzigen Ziel: Dem Machterhalt. Je schneller diesem Erb-Tyrannen und seinen Komplizen das Handwerk gelegt wird, desto besser.
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