Syrien Assad will mit Bush und Olmert reden

US-Außenminister Rice will nicht mit ihm sprechen - aber Syriens Präsident Baschar al-Assad ist überzeugt, dass es ohne sein Land keinen Frieden im Nahen Osten geben wird. Er rief die USA und Israel zu Verhandlungen auf.


Rom - Syrien sei zu einem konstruktiven Dialog mit den USA bereit, sagte Assad der italienische Zeitung "La Repubblica": "Wir Syrer leben in der Region und kennen sie genau." Der syrische Präsident berief sich in dem Interview auch auf die Empfehlungen der US-amerikanischen Baker-Kommission. Der Bericht der Kommission erkenne die zentrale Rolle Syriens an. Die Gruppe um den amerikanischen Ex-Außenminister James Baker hatte vorgeschlagen, Syrien und Iran in die Konfliktlösung im Nahen Osten einzubinden. Dieses lehnen die USA jedoch ab.

US-Außenministerin Condoleezza Rice begründet die ablehnende Haltung ihrer Regierung damit, dass der Preis für Verhandlungen mit den Nahost-Staaten Syrien und Iran zu hoch sei. Um diese zu einer Mitarbeit im Irak zu bewegen, müsse ein zu hoher Preis gezahlt werden. So sei es inakzeptabel, Syrien Zugeständnisse im Libanon zu machen, um im Gegenzug mit der syrischen Unterstützung im Irak zu rechnen.

Nicht nur mit den Vereinigten Staaten will Assad sprechen. Der Präsident fordert auch von Israel die Bereitschaft zum Dialog. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert lehnt Gespräche mit dem Nachbarstaat Syrien ebenso wie die USA ab und wirft Syrien vor, die radikalislamische Hisbollah zu unterstützen. Das entspreche jedoch nicht der Wahrheit. Hisbollah sei keine syrische oder iranische Marionette. Ehud Olmert soll nach den Worten Assads einen Dialogversuch beginnen, um "zu sehen, ob wir bluffen".

Die Voraussetzungen dafür, dass Israel das Gesprächsangebot annimmt, sind schlecht. Israelische Geheimdienste bezichtigen Syrien, an der Grenze der beiden Staaten Raketen in Stellung zu bringen. Dieses wollte Assad weder bestätigen noch dementieren. "Das Ansammeln von Raketen ist eine ungenaue Beschreibung", sagte er. Sein Land erwarte allerdings jederzeit einen israelischen Angriff. "Ein Krieg ist immer möglich in unserer Region. Es ist selbstverständlich, sich darauf vorzubereiten."

anb/AFP/Reuters



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