Syrien Assads Truppen feuerten auf Minarett

Syriens Präsident Assad lässt die Offensive gegen Regimegegner mit unverminderter Härte fortsetzen: In mehreren Hochburgen der Opposition ging die Armee gegen Aufständische vor. Doch die Proteste dauern an.

Damaskus - Mindestens 27 Menschen sollen in der Nacht zum Donnerstag bei Angriffen der syrischen Armee getötet worden sein. Nach Angaben der Opposition starben 19 Menschen in der Stadt Homs, acht weitere kamen in den Orten Deir el-Sur und Idlib ums Leben.

In Deir el-Sur sollen die Truppen ein Minarett beschossen und zerstört haben. Die Berichte der Regimegegner können von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden, weil die syrische Regierung Journalisten nicht frei arbeiten lässt.

Die syrische Armee rückte nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation am Donnerstagmorgen auch in die Städte Kusair in der zentralsyrischen Provinz Homs und in Sarakeb im Nordwesten des Landes ein. Die Truppen seien von mehreren Panzern begleitet worden, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Nach dem Einmarsch seien in Sarakeb Schüsse zu hören gewesen. Dort hatte es nach dem islamischen Abendgebet täglich Demonstrationen gegen die Führung von Präsident Baschar al-Assad gegeben.

Sarakeb liegt in der Provinz Idlib nahe der türkischen Grenze. Noch am Mittwoch hatten die Sicherheitskräfte eigentlich angekündigt, sich aus der Region zurückzuziehen.

Trotz der Offensive der Armee gingen die Protestaktionen der Regimegegner weiter. Videos, die von Aktivisten ins Internet gestellt wurden, zeigten Demonstrationen in mehreren Städten, darunter in Homs, in der südlichen Provinz Daraa und in der Vorstadt Hersta bei Damaskus.

Im Fastenmonat Ramadan, der vor zehn Tagen begann, haben sich die Proteste in Syrien in die Zeit nach dem Fastenbrechen am Abend verlagert. Die Vereinten Nationen gehen inzwischen von 2000 toten Zivilisten seit Beginn der Unruhen im März aus.

als/AFP/dpa
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