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24. April 2012, 12:09 Uhr

Syrien

Autobombe explodiert in Damaskus

Anschlag in der syrischen Hauptstadt: In Damaskus ist nach Angaben des staatlichen Fernsehens eine Autobombe detoniert. Mindestens drei Menschen wurden verletzt. Verantwortlich soll angeblich eine "bewaffnete Terrorgruppe" sein.

Damaskus - In der syrischen Hauptstadt Damaskus ist nach Angaben des staatlichen Fernsehens eine Bombe explodiert. Wie der staatliche Fernsehsender Al-Ichbarija berichtete, wurden dabei mindestens drei Menschen verletzt. Der Sprengsatz im Geschäftsviertel Mardsche sei von einer "bewaffneten Terrorgruppe" gezündet worden. Durch die Detonation seien auch umliegende Gebäude beschädigt worden.

Aktivisten meldeten, Sicherheitskräfte hätten anschließend den zentralen Al-Mardsche-Platz gesperrt. Sie berichteten, dass der Fahrer des Wagens, in dem der Sprengsatz platziert wurde, bei der die Explosion getötet worden sei. Das Fahrzeug sei nicht komplett ausgebrannt.

Sicherheitskräfte hätten am Tatort mehrere Augenzeugen mitgenommen und seien mit ihnen davongefahren. Verdächtig sei, dass noch vor der Explosion ein Team des regimetreuen TV-Senders Al-Dunia auf dem Platz gewesen sei.

Das syrische Regime um Präsident Baschar al-Assad lässt seit mehr als einem Jahr Proteste brutal unterdrücken. Bei dem seit 13 Monaten andauernden Konflikt sind nach Schätzungen der Uno bisher mehr als 9000 Menschen getötet worden. Die Regierung in Damaskus rechtfertigt das Vorgehen gegen die Opposition mit dem Kampf gegen "Terroristen", die sie auch immer wieder für Anschläge verantwortlich macht.

Nach Angaben von Aktivisten wurden am Dienstag drei syrische Geheimdienstagenten in Damaskus getötet. Darunter soll ein hochrangiger Funktionär sein. Das Syrische Observatorium für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien erklärte, die drei Männer seien im Stadtteil Barseh getötet worden. Weitere Informationen wurden nicht genannt. Auch die syrische Regierung äußerte sich nicht.

Ein Vorauskommando der Uno-Beobachtermission, das seit gut einer Woche im Land ist, hatte am Montag begonnen, die Umgebung von Damaskus zu erkunden. Die amtliche Nachrichtenagentur berichtete, Uno-Beobachter hätten am Dienstag Duma besucht, einen Vorort der Hauptstadt. Es war der zweite Besuch der Beobachter dort innerhalb von zwei Tagen. Ein Aktivist aus Duma berichtete, es seien Schüsse und Granatexplosionen zu hören.

heb/dpa/Reuters/AP/dapd

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