Gefechte in Syrien IS-Milizen töten offenbar deutsche Kämpferin

Bei heftigen Gefechten in Syrien soll eine junge Deutsche gestorben sein. Sie habe an der Seite der Kurden gekämpft, berichten Beobachter.


Hamburg/Hassaka - Nach Angaben von Aktivisten soll die Deutsche "in den vergangenen Stunden" in einer Schlacht um die Stadt Tall Tamer in der nordöstlichen Provinz Hassaka umgekommen sein. Sie kämpfte an der Seite von kurdischen Truppen gegen die Dschihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS).

Die junge Frau sei um die 20 Jahre alt gewesen, sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP. Ihren Namen teilte der Sprecher nicht mit. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien, deren Angaben nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden können.

Es handele sich um das dritte westliche Opfer, das bei Gefechten an der Seite der Kurden in Syrien getötet wurde. In den vergangenen Tagen seien auch ein Brite und ein Australier in der Provinz Hassaka ums Leben gekommen, so die Aktivisten. Zudem seien bei der Schlacht um Tall Tamer mindestens 40 kurdische Kämpfer und IS-Kämpfer gestorben.

Tall Tamer befindet sich derzeit unter kurdischer Kontrolle. Die Stadt liegt rund 40 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Wenn die IS-Kämpfer Tall Tamer erobern, haben sie eine wichtige Straße, die von Syrien bis in ihre irakische Hochburg Mossul führt, unter ihrer Kontrolle.

Rund 7000 Frauen kämpfen in Syrien auf Seiten der kurdischen Volksbefreiungseinheiten - ein Anteil von rund 35 Prozent. Sie erhalten die gleiche militärische Ausbildung wie ihre männlichen Kameraden.

kry/AFP



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