Syrien Berichte über Putschversuch gegen Präsident Assad

Syriens Präsident Baschar al-Assad soll nur knapp einem Putschversuch entgangen sein, berichtet die "Welt". Der Kopf der Verschwörung stammte demnach aus der Familie des Staatsoberhauptes.


Damaskus/Berlin - Es gibt keine offiziellen Berichte, keine entsprechenden Meldungen aus Damaskus. Doch die "Welt" ist sich sicher: Die gewaltsame Machtübernahme sei während des Treffens der Arabischen Liga Ende März in Damaskus geplant gewesen, berichtet das Blatt unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Baschar al-Assad beim Gipfel der Arabischen Liga: Angeblich hätte zu diesem Zeitpunkt der Staatsstreich stattfinden sollen
AFP

Baschar al-Assad beim Gipfel der Arabischen Liga: Angeblich hätte zu diesem Zeitpunkt der Staatsstreich stattfinden sollen

Kopf der Verschwörung soll nach Angaben aus deutschen und ausländischen Sicherheitskreisen der Chef des syrischen Militärgeheimdienstes und Schwager des Präsidenten, Assef Schaukat, gewesen sein. Er sei festgesetzt worden. Auch mehr als 100 Geheimdienstoffiziere, von denen einigen Verbindungen zu radikalen muslimischen Gruppen nachgesagt würden, befinden sich den Angaben zufolge in Haft.

Syriens Präsident Al-Assad soll bei einem Treffen des Chefterrorplaners der Hisbollah, Imad Mughnija, über die Putschpläne informiert worden sein. Nur wenige Tage nach diesem Treffen, am 12. Februar, starb Mughnija durch einen Sprengsatz. Es wird nach Informationen des Blattes nicht ausgeschlossen, dass Schaukat oder sein Umfeld an Mughnijas Ermordung beteiligt waren. Die syrische Botschaft in Deutschland hat die Meldungen dem Blatt zufolge als halt- und grundlos bezeichnet.

Seit einiger Zeit kursieren in der Region Gerüchte, Schaukat stehe unter Hausarrest. Dies stehe möglicherweise in Zusammenhang mit den Untersuchungen über den Mord an dem libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri am 15. Februar 2005. Der 1950 geborene syrische General steht im Verdacht, einer der Drahtzieher der Bluttat zu sein, der insgesamt 23 Menschen zum Opfer fielen. Syrien hat die Vorwürfe bisher stets bestritten.

ler/dpa



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