Bürgerkrieg in Syrien Deutschland wirft Assad schweren Bruch der Waffenruhe vor

Es sei der "schlimmste Zwischenfall in Syrien seit Beginn der Waffenruhe": Deutschland und Frankreich werfen Assad vor, seine Bevölkerung zu terrorisieren und den Friedensprozess zu torpedieren.
Zerstörtes Gebäude in Deir al-Asafir

Zerstörtes Gebäude in Deir al-Asafir

Foto: AMER ALMOHIBANY/ AFP

Deutschland und Frankreich haben der syrischen Regierung einen schweren Bruch der seit Ende Februar geltenden Waffenruhe vorgeworfen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte in Berlin, bei einem Luftangriff der syrischen Streitkräfte auf einen Außenbezirk von Damaskus seien auch ein Krankenhaus und eine Schule getroffen worden. Es sei der "schlimmste Zwischenfall in Syrien seit Beginn der Waffenruhe", so Sawsan Chebli.

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind bei dem Angriff auf Deir al-Asafir im von Aufständischen kontrollierten Gebiet Ost-Ghuta mindestens 33 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Unter den Todesopfern seien auch zwölf Kinder, teilte die Organisation mit Sitz in Großbritannien mit. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Die Bundesregierung warne "dringend davor, durch solche menschenverachtenden Militäroperationen die mühsam erreichte Waffenruhe zu gefährden und den politischen Prozess zu torpedieren", sagte Sprecherin Chebli. Die syrische Bevölkerung habe ein "Recht darauf, nicht von der eigenen Armee bombardiert zu werden". Wer dies missachte, verliere seine Legitimation, in Syrien Regierungsgewalt auszuüben, hieß es in Richtung des Präsidenten Baschar al-Assad.

Der französische Außenamtssprecher Romain Nadal sagte, es seien "mit Vorbedacht" Zivilisten angegriffen und Dutzende Menschen getötet und verletzt worden. Zweck der "niederträchtigen Tat" sei es gewesen, die syrische Bevölkerung zu "terrorisieren" und die "Bemühungen der internationalen Gemeinschaft für eine politische Lösung zu untergraben".

Zuvor hatte sich bereits die US-Regierung entsetzt über die "mutmaßlichen Angriffe des Assad-Regimes" auf eine Schule und ein Krankenhaus gezeigt. Außenamtssprecher John Kirby erinnerte daran, dass sich die Regierung von Assad verpflichtet habe, Angriffe auf Zivilisten einzustellen.

Von der Waffenruhe ausgenommen ist lediglich der Kampf gegen die radikalislamistische Nusra-Front sowie den "Islamischen Staat" (IS). In der nun bombardierten Region sind verschiedene Rebellenorganisationen aktiv, darunter auch die Nusra-Front.

Im Syrienkrieg sind nach Uno-Schätzungen mindestens 250.000 Menschen getötet worden. 4,6 Millionen Syrer sind nach Uno-Angaben ins Ausland geflohen, weitere 6,6 Millionen Menschen im Land selbst aus ihrer angestammten Heimat vertrieben worden. Insgesamt 13,5 Millionen Syrer sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

sun/AFP/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.