Syrien Bombe explodiert nahe Uno-Hotel in Damaskus

Eine Bombenexplosion hat die syrische Hauptstadt Damaskus erschüttert. In der Nähe des Hotels, in dem die Uno-Beobachtermission untergebracht ist, sprengten Unbekannte einen Tanklaster in die Luft. Die Rebellen bekannten sich nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP zu dem Anschlag.
Feuerwehrmänner im Einsatz nach der Explosion: Drei Menschen wurden verletzt

Feuerwehrmänner im Einsatz nach der Explosion: Drei Menschen wurden verletzt

Foto: AFP / SANA

Damaskus - In der Innenstadt von Damaskus ist es zu einer schweren Explosion gekommen. Mindestens drei Menschen wurden verletzt. Die Detonation ereignete sich nahe eines zentralen Platzes, an dem sich auch das Hotel "Dama Rose" befindet. Dort sind auch die Mitarbeiter der Uno-Beobachtermission untergebracht.

Wie das syrische Staatsfernsehen berichtete, war die Sprengladung an einem Tanklastwagen angebracht, der auf der Rückseite des Hotels abgestellt war. SPIEGEL ONLINE kann diese Informationen nicht unabhängig prüfen. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur Reuters, dass gegen 8.30 Uhr Ortszeit schwarze Wolken über dem Hotel aufgestiegen seien.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP bekannten sich die Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) zu dem Anschlag. Ziel sei ein Treffen von Armeeoffizieren und Vertretern der regierungstreuen Schabiha-Milizen in einem Büro des Generalstabs gewesen, sagte der Chef des FSA-Büros zur Einsatzkoordinierung, Maher Nuwaimi, AFP. Demnach sollten zwei Sprengsätze explodieren.

Bilder des staatlichen Nachrichtensenders al-Ichbaria zeigten einen explodierten Tanklastwagen, an dem der Sprengsatz offenbar angebracht worden war. Die Bilder zeigten zudem, wie Feuerwehrleute versuchten, brennende Autos zu löschen. Zu sehen waren auch Uno-Fahrzeuge.

Das Gebäude liegt im Nordwesten der Stadt - in einer Gegend, die bisher als verhältnismäßig sicher galt und in der sich zahlreiche Villen, Botschaften, Gebäude der regierenden Baath-Partei und ein Gebäude des Generalstabs der syrischen Armee befinden. Syriens Vizeaußenminister Faisal Mekdad sagte im Staatsfernsehen, dass keiner der Uno-Beobachter verletzt worden sei. Er sprach von einem "kriminellen Akt, um Syriens Ansehen zu schädigen".

Zum Zeitpunkt der Explosion soll sich auch Uno-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos in der Stadt aufgehalten haben. Sie und ihr Team wohnen jedoch in einem anderen Hotel.

In der Hauptstadt war es zu Beginn der Aufstände im März 2011 gegen Präsident Baschar al-Assad zunächst verhältnismäßig ruhig gewesen. Seit einigen Monaten haben die Kämpfe auch Damaskus erreicht. Immer wieder kommt es auch zu Sprengstoffanschlägen. Assads Regime macht dafür "bewaffnete terroristische Gruppen" verantwortlich. Mit dem Begriff bezeichnen staatliche Medien in dem arabischen Land in der Regel die Rebellen, gegen die die Regierung seit 18 Monaten massiv vorgeht.

jls/heb/Reuters/AFP
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