"Islamischer Staat" Schwerer Bombenanschlag in syrisch-kurdischem Kamischli - Dutzende Tote

Bei einem Bombenanschlag in Kamischli an der syrisch-türkischen Grenze sind Dutzende Menschen getötet worden. Der IS reklamiert die Tat für sich.


Ein schwerer Bombenanschlag in der nordsyrischen Grenzstadt Kamischli hat laut Syrischer Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) mindestens 48 Todesopfer gefordert. Laut dem örtlichen Krankenhaus seien 44 Menschen getötet und mehr als 140 weitere verletzt worden. Viele Opfer seien nach zwei Explosionen noch unter Trümmern begraben, sagte der Direktor des Nationalen Krankenhauses in Kamischli, Omar al-Akub.

Ein Sprengsatz war demnach in einem Auto versteckt und detonierte am Mittwochmorgen vor dem Sicherheitshauptquartier der kurdischen Provinzverwaltung der Provinz Hasaka im westlichen Teil der Stadt. In anderen Berichten war von einer weiteren Bombe die Rede. Laut der amtlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana nutzten die Täter für ihre Anschläge ein mit Sprengstoff beladenes Auto sowie ein Motorrad.

Zu dem Anschlag bekannte sich am Mittwochmittag die Terrormiliz "Islamischer Staat". Der Angriff sei von Selbstmordattentätern mit Autobomben begangen worden, meldete die IS-eigene Nachrichtenagentur Amaq.

Kamischli ist eine Hochburg der kurdischen Rebellengruppe YPG, die in Nordsyrien gegen den IS kämpft und weite Teile der Region von den Islamisten zurückerobert hat. Die Stadt liegt direkt an der Grenze zur Türkei, gegenüber der südosttürkischen Stadt Nusaybin.

Die Explosion vom Mittwochmorgen war so stark, das in der türkischen Stadt Nusaybin Fenster zu Bruch gingen, zwei Menschen wurden leicht verletzt. Beide Orte wurden wiederholt von IS-Terroristen mit Bomben attackiert, der Anschlag in Kamischli war jedoch der schwerste seit Jahren, teilte SOHR mit.

cht/syd/vek/dpa/AP/Reuters



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