Syrien-Einsatz der Bundeswehr CDU-Außenpolitiker kann sich Bodentruppen vorstellen

Der Bundestag hat den Syrien-Einsatz der Bundeswehr abgesegnet. Jetzt beginnt die Diskussion: Bleibt es bei "Tornados" und einer Fregatte? Darf es eine Kooperation mit Moskau geben? Im SPIEGEL skizzieren Politiker den Rahmen des Engagements.
Panzer an der türkisch-syrischen Grenze: Wir würden 50.000 bis 60.000 Soldaten ins Land schicken müssen

Panzer an der türkisch-syrischen Grenze: Wir würden 50.000 bis 60.000 Soldaten ins Land schicken müssen

Foto: Carsten Koall/ Getty Images

In Berlin hat die Diskussion über einen möglichen Einsatz von Bodentruppen im Nahen Osten begonnen. "Einen Einsatz deutscher Soldaten am Boden in Syrien kann ich mir vorstellen", sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, dem SPIEGEL, "im Rahmen eines Friedensabkommens und im Rahmen einer diesen Frieden unterstützenden Uno-Resolution." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Der ehemalige Viersternegeneral a.D. Harald Kujat hält sogar den Einsatz von alliierten Soldaten nach dem Vorbild des Balkankriegs für denkbar. Sollte die Strategie des Westens im Nahen Osten nicht erfolgreich sein, "steht der Westen vor der Frage, ob er selbst Bodentruppen einsetzen will", sagte Kujat. "Wir würden dann 50.000 bis 60.000 Soldaten unter der Führung der USA oder der Nato ins Land schicken müssen."

Mit Moskau will die Bundesregierung im Kampf gegen den IS nicht militärisch zusammenarbeiten. Man sitze zwar mit den Russen in Wien am Verhandlungstisch, um eine Lösung für die Syrien-Frage zu finden, sagte Kanzleramtschef Peter Altmaier dem SPIEGEL. "Aber wir werden mit Russland sicher keine militärische Allianz zur Bekämpfung des IS eingehen." (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

Putin (M.) mit russischen Generälen: Militärische Allianz in Syrien ausgeschlossen

Putin (M.) mit russischen Generälen: Militärische Allianz in Syrien ausgeschlossen

Foto: Alexei Nikolsky/ AP/dpa

Zudem würden weder Deutschland noch die Europäische Union mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad oder mit der syrischen Armee kooperieren, sagte der CDU-Politiker. "Die syrische Armee und Assad mit seinen Fassbomben haben wesentlich dazu beigetragen, dass Hunderttausende von Menschen in den Norden von Syrien und von dort weiter in die Türkei und nach Europa geflohen sind", so Altmaier.

Der Bundestag hatte am Freitagvormittag mit großer Mehrheit die deutsche Militärhilfe im Kampf gegen den IS in Syrien beschlossen. Er sieht in erster Linie Aufklärungseinsätze deutscher "Tornados" zur Unterstützung von Luftschlägen und den Schutz des französischen Flugzeugträgers "Charles de Gaulles" durch eine Fregatte der Bundesmarine vor.

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