Kampf gegen Fluchtursachen Zehntausende Jobs für Syrien-Flüchtlinge
Syrische Flüchtlinge beim Aufbau eines Zeltes
Foto: © Ammar Abdullah / Reuters/ REUTERSBis zum Jahresende will das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in den Ländern um Syrien 50.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Die neuen Jobs sollen zum einen dazu beitragen, die Grundversorgung von Syrien-Flüchtlingen in den Nachbarländern sicherzustellen, ihnen zum anderen ein eigenes Grundeinkommen sichern.
"Viele Syrerinnen und Syrer, die dort zunächst Zuflucht gefunden haben, setzen ihre Flucht in Richtung Europa fort, weil sie sich dort größere Chancen erhoffen", heißt es auf einer Informationsseite des Ministeriums . Mit dem "Cash For Work" genannten Programm sollen diesen Menschen demnach "Bleibe-, Rückkehr- und Zukunftsperspektiven" gegeben werden.
Das Programm sieht demnach vor, die Situation von Flüchtlingen in der Region insbesondere durch Infrastrukturmaßnahmen zu verbessern. Mit dem Geld sollen die Flüchtlinge selbst ebenso wie Bewohner der Region beispielsweise dafür bezahlt werden, Straßen, Schulen und Wohnungen zu bauen oder auszubessern.
Auch die Gehälter und Löhne von Lehrern und Betreuern sollen aus dem Programm "Cash For Work" finanziert werden. "Ihre Kinder können zur Schule gehen, sie können für sich und ihre Familien den Lebensunterhalt verdienen oder sich eine eigene Bleibe bauen", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Bis Ende September seien in der Türkei, im Libanon, in Irak und Jordanien bereits 34.000 Arbeitsplätze geschaffen worden.
Jahresgehalt: 800 Euro
Traumjobs sind es freilich nicht, die das Ministerium finanziert, sondern oft eher dringend notwendige Arbeiten, die das Leben in der Region erträglicher machen sollen.
So wie in Nordjordanien, wo sich die Einwohnerzahl nach Angaben des Ministeriums seit Beginn der Syrienkrise verdoppelt hat - und damit auch die Menge an Müll. Allein dort will das BMZ "bis Ende des Jahres 6.000 syrische Flüchtlinge und sozialschwache Jordanier einstellen, um Abfall zu sammeln und zu recyceln". Deren Jahresgehalt: Rund 800 Euro.
Tausende Lehrer für die Türkei
Im Nordirak sollen in Gebieten, in die Einwohner anderer Landesteile vor der Terrormiliz "Islamischer Staat" geflüchtet sind, 15.000 Menschen Wohnungen instand setzen und Straßen reparieren. Durch die auf 50 Tage limitierten Jobs seien für sie 1100 Euro zusätzliches Einkommen möglich. In den Flüchtlingslagern in der Türkei sollen mit dem Geld des BMZ 8000 zusätzliche Arbeitsstellen für Lehrer und Betreuer geschaffen werden.
"Durch unser Programm können mehr als 300.000 Kinder unterrichtet werden und über 10.000 Menschen erhalten eine Berufsausbildung. Mehr als 1.700 Wohnungen und weitere Gebäude wie Schulen und Gesundheitsstationen werden renoviert oder gebaut", heißt es optimistisch auf der Webseite des Ministeriums.
Wenn Ende 2016 alle 50.000 geplanten Jobs vergeben seien, unterstütze man "rund 250.000 Menschen dabei, die Zeit bis zum Ende der Krise besser zu überbrücken", heißt es auf der Webseite des BMZ.