Unesco-Welterbe Explosion zerstört Burg in Aleppo

Bei Gefechten zwischen Rebellen und Regierungstruppen im syrischen Aleppo ist eine mittelalterliche Burg stark beschädigt worden. Die Zitadelle gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.
Zerstörte Zitadelle von Aleppo: Unklar ist, wer die Verantwortung trägt

Zerstörte Zitadelle von Aleppo: Unklar ist, wer die Verantwortung trägt

Foto: STRINGER/ REUTERS

Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und Rebellen ist in der Nacht zum Sonntag eine Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert in Aleppo stark beschädigt worden. Eine Explosion in einem Tunnel unter der Burg hat eine Mauer zum Einstürzen gebracht, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Allerdings ist noch strittig, welche Gefechtspartei für die Explosion verantwortlich ist.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprengten Soldaten der Assad-Regierung den Tunnel, um zu verhindern, dass die Rebellen sich einer Armeestellung nähern. Die Rebellen hätten den Tunnel jedoch zuvor gegraben. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort - sie lassen sich kaum von unabhängiger Seite überprüfen. Die Nachrichtenagentur Sana machte ihrerseits "Terroristen" für die Sprengung des Tunnels verantwortlich.

Schon in der Vergangenheit haben Rebellenkämpfer Tunnel unterhalb von militärischen Zielen gegraben, um sie anschließend zu sprengen. Die nun zerstörte Zitadelle gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Soldaten von Baschar al-Assad sind sowohl in Teilen der Altstadt Aleppos als auch in der Zitadelle selbst stationiert. Bereits 2012 war das Eingangstor der Burg bei Gefechten beschädigt worden.

mja/dpa/AFP
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