Kriegsbilder Syriens verwundete Kinder

Das Bild des Jungen Omran aus Aleppo ging um die Welt. Die Fotos von Kindern, die im Syrienkrieg verwundet wurden, sind schwer zu ertragen.

AFP

Jeden Tag sterben Menschen im Syrienkrieg. Männer, Frauen, Greise, Kinder. Und trotzdem sind es einzelne Bilder, die die Aufmerksamkeit der Welt erregen. Das Bewusstsein für das Leid der Syrer wird immer dann geweckt, wenn es Fotos gibt wie die des fünfjährigen Omran aus Aleppo.

Das oppositionelle Aleppo Media Center (AMC) hatte das Bild vor wenigen Wochen veröffentlicht. Darauf ist zu sehen, wie der Junge blutverschmiert in einem Krankenwagen sitzt. Staub hängt in seinen Haaren und Kleidern, seine Füße sind nackt, verstört wischt er seine blutige Hand an dem Polster ab. Das Bild ging um die Welt, es wurde zu einer Ikone.

DPA

Warum braucht es Bilder, um die Welt an den Schrecken des Krieges zu erinnern? Fotograf Christoph Bangert, der häufig in Kriegsgebieten arbeitet, appelliert an den Mut, hinzusehen. Er sagt: "Wenn man den Schock überwunden hat, kommt die Reflexion. Dann kann man den Horror hinter den Ereignissen erkennen."

Nicht jedes Bild berührt gleichermaßen, und nicht alle sind überhaupt zu ertragen. So ist es auch mit den Aufnahmen von Abd Doumany. Er hat das Leid syrischer Kinder dokumentiert, die in Krankenhäusern behandelt werden. Die Fotos machen betroffen, und dabei sind es nicht einmal die schlimmsten, die sich zeigen ließen. Die Kinder von Doumany sind keine Ikonen geworden, aber sie sind Überlebende (Hier kommen Sie zur Fotostrecke).

"Ich kann der Welt sagen, dass es jeden Tag Dutzende Omrans in Aleppo gibt", sagte Ibrahim al-Hadsch von der oppositionsnahen Hilfsorganisation Weißhelme als Reaktion auf das internationale Interesse an dem fünfjährigen Jungen. "In derselben Nacht mussten wir kleine Kinder aus Trümmern im Osten Aleppos ziehen." Sie hätten kein Glück gehabt und seien gestorben. So wie der zehnjährige Bruder von Omran, der seinen Wunden erlag.

SPIEGEL TV Magazin (03.01.2016)

vks

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