Syrienkonflikt Befehl zum Abzug der US-Truppen unterzeichnet

2000 US-Soldaten sollen wieder nach Hause kommen: Der Befehl zum Truppenabzug aus Syrien ist unterzeichnet worden - wohl vom scheidenden Verteidigungsminister Mattis. Der hatte nach der Entscheidung seinen Rücktritt eingereicht.

REUTERS

Der umstrittene Abzug US-amerikanischer Soldaten aus Syrien ist offiziell angeordnet worden. "Das Dekret zu Syrien wurde unterschrieben", sagte ein Pentagon-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP, ohne weitere Details zu nennen. Unterschrieben habe das Dokument der scheidende Verteidigungsminister Jim Mattis persönlich, meldete der US-Sender CNN. Details zum Ablauf des Abzugs der über 2000 Soldaten, wie etwa ein Zeitplan, wurden nicht genannt.

"Unsere Truppen kommen nach Hause!", twitterte US-Präsident Donald Trump. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe ihm versichert, schrieb Trump, dass er "alles, was vom IS noch übrig ist, auslöschen wird... und er ist ein Mann, der das tun kann, zudem ist die Türkei direkt "nebenan"".

Trump hatte am Mittwoch überraschend den vollständigen Abzug der US-Armee aus Syrien angekündigt. Der US-Präsident hält die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) für "weitgehend besiegt" und will die US-Soldaten aus Syrien deswegen abziehen.

Die Ankündigung stieß nicht nur bei Verbündeten der USA im Kampf gegen den IS auf Unverständnis. Auch in den USA halten viele den Rückzug für verfrüht.

Nur einen Tag nach Trumps Bekanntgabe kündigte US-Verteidigungsminister Mattis seinen Rücktritt an (hier lesen Sie seine Begründung im Wortlaut). Der 68-Jährige wollte eigentlich bis Ende Februar im Amt bleiben, um eine geregelte Übergabe an seinen Nachfolger zu ermöglichen. Trump beschleunigt die Ablösung nun aber: Am Sonntag gab er bekannt, dass Mattis zum Jahreswechsel von dessen bisherigem Stellvertreter Patrick Shanahan an der Spitze des Ministeriums abgelöst wird.

Freie Hand gegen kurdische Rebellen

Anders als bei vielen westlichen Verbündeten ist Trumps Truppenabzugs-Ankündigung in der Türkei begrüßt worden. Ankara bekommt durch einen Abzug der US-Soldaten freie Hand im Kampf gegen kurdische Rebellen in Syrien. Die US-Armee hatte im Kampf gegen den IS mit kurdischen Milizen zusammengearbeitet.

Am Sonntag besprachen Trump und Erdogan den US-Rückzug in einem Telefonat. Nach Angaben des türkischen Präsidialamtes vereinbarten beide Präsidenten dabei "eine Koordinierung zwischen dem Militär, Diplomaten und anderen Regierungsvertretern ihrer Länder sicherzustellen, um ein Machtvakuum zu verhindern".

Trump veröffentlichte auf Twitter, er habe mit Erdogan über den "langsamen und hoch koordinierten" Abzug von US-Soldaten aus Syrien gesprochen. Damit mühte er sich, den Eindruck zu zerstreuen, der Entschluss komme überstürzt, unüberlegt und unvorbereitet.

Die Türkei weite nach Informationen der türkischen Nachrichtenagentur DHA bereits jetzt ihre Truppen an der Grenze zu Syrien aus. Noch einen Tag zuvor hatte Erdogan angekündigt, er würde eine Militäroperation gegen die kurdischen YPG-Truppen verschieben. Die USA betrachten die YPG als wichtigsten Verbündeten im Krieg gegen den IS.

vks/AFP/dpa

insgesamt 48 Beiträge
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ziehenimbein 24.12.2018
1. Wer jetzt noch in die Türkei fährt,
ist selber schuld, wenn ihm was passiert. Erdogan wird wohl eher sehr rustikal gegen die Kurden vorgehen. Man kann wohl davon ausgehen, dass es etliche, verheerende Anschläge geben wird.
axelmueller1976 24.12.2018
2. Trump läßt Europa gegen die Wand laufen
Die USA wissen exakt ,daß Europa nicht in der Lage ist die Probleme in Syrien ohne die USA zu lösen.Und deshalb führt Er jetzt Europa vor.
HeinBlöd 24.12.2018
3. Putin freut sich
Sein useful idiot trump macht wieder genau das, was Vladimir am besten gebrauchen kann, und überlässt ihm das Spielfeld mit seinem Buddy, dem Schlächter Assad. Receip freut sich auch, kann er doch jetzt ungehindert die Kurden jagen. Ein Trauerspiel.
g.eliot 24.12.2018
4. Trump "should replace US troops with private contractors"
Trumps Agenda wird ja eh schon durch Fox News orchestriert. Von daher, vielleicht sollte das so weitergehen: "Trump is right to withdraw from Syria – He should replace US troops with private contractors" https://www.foxnews.com/opinion/trump-is-right-to-withdraw-from-syria-he-should-replace-us-troops-with-private-contractors Das würde dann ja auch quasi in der Familie bleiben, sitzt doch die Schwester des Gründers von Blackwater aka Academi in Trumps Kabinett als Bildungsministerin.
claus7447 24.12.2018
5. Es ist zu befürchten,
Das Syrien ein zweites Afganistan wird. Wenn Erdogan glaubt, er könne sich dort langfristig ungestraft breit machen könnte es sein, er hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht, oder er rottet die Kurden komplett aus.
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