Rebellenhochburg in Syrien Dutzende Tote bei Kämpfen um Idlib

Truppen der syrischen Regierung und Islamisten kämpfen um die Rebellenhochburg Idlib im Norden des Landes. Mehr als 80 Menschen wurden bei den Gefechten am Wochenende getötet.
Soldaten der syrischen Regierung in der Region Idlib

Soldaten der syrischen Regierung in der Region Idlib

Foto: STRINGER/ AFP

Zahlreiche Bewohner in der Region um Idlib sind auf der Flucht. Denn islamistische Rebellen und Soldaten der Regierung von Diktator Baschar al-Assad kämpfen um die Vorherrschaft in der Provinz. Nach Angaben von Aktivisten wurden dabei Dutzende Menschen getötet.

Bei schweren Gefechten zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen in der Rebellenhochburg Idlib sind nach Angaben von Aktivisten 69 Kämpfer getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, die zweitägigen Kämpfe seien die gewalttätigsten seit dem Eintreten einer Waffenruhe in der Region Ende August gewesen. Die Rebellen-nahe Beobachtungsstelle mit Sitz in London bezieht ihre Angaben von Aktivisten vor Ort. Von unabhängiger Seite sind die Angaben kaum zu überprüfen.

Mehrere Angriffe des früheren syrischen al-Qaida-Ablegers Hajat Tahrir al-Scham auf Positionen der Regierungstruppen hätten die Gefechte ausgelöst. Als Reaktion hätten die Streitkräfte von Assad mit Unterstützung russischer Truppen Luftangriffe gegen die islamistischen Rebellen geflogen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle waren mindestens 36 Soldaten der Regierungstruppen unter den Toten.

Idlib sowie einige Bezirke der Provinzen Hama, Aleppo und Latakia werden großteils von der Dschihadistenmiliz Hajat Tahrir al-Scham und anderen islamistischen Milizen kontrolliert. Seit Ende April gehen die syrischen Regierungstruppen und die russische Luftwaffe wieder verstärkt gegen sie vor. Nach Schätzungen der Beobachtungsstelle kamen allein im Zeitraum von Ende April bis Ende August fast tausend Zivilisten bei syrischen und russischen Luftangriffen ums Leben. Nach Uno-Angaben wurden in diesem Zeitraum mehr als 400.000 Menschen vertrieben.

Die russische Armee hatte am 31. August eine einseitige Waffenruhe für die seit Monaten umkämpfte Rebellenbastion Idlib erklärt. Laut der Beobachtungsstelle hat es seither jedoch regelmäßige Angriffe gegeben, bei denen dutzende Zivilisten getötet wurden.

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien 2011 sind mehr als 370.000 Menschen getötet und Millionen weitere vertrieben worden.

als/AFP/dpa
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