Aktivistenbericht Dutzende Tote bei Luftangriff auf die syrische Stadt Duma

Harte Kämpfe zwischen Rebellen und Regierung nordöstlich von Damaskus: Syrische Streitkräfte haben nach Angaben von Aktivisten mehrere Luftangriffe auf die Stadt Duma geflogen. Dabei kamen Dutzende Menschen ums Leben.
Aktivistenbericht: Dutzende Tote bei Luftangriff auf die syrische Stadt Duma

Aktivistenbericht: Dutzende Tote bei Luftangriff auf die syrische Stadt Duma

Foto: ABD DOUMANY/ AFP

Bei Luftangriffen der syrischen Armee auf eine Protesthochburg nordöstlich der Hauptstadt Damaskus sind mindestens 80 Menschen getötet worden. Mehr als 200 Menschen seien bei den Angriffen auf einen Marktplatz in der Stadt Duma verletzt worden, teilten die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte und eine Hilfsorganisation mit.

Mindestens zehn Raketen seien während des Angriffs abgeschossen worden. Die Beobachter warfen der Luftwaffe vor, ihren Beschuss auch nach dem Eintreffen der Rettungskräfte fortgesetzt zu haben. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben aus einem Netzwerk von Ärzten und Aktivisten vor Ort. Die Angaben sind nur schwer überprüfbar.

Laut einem Sprecher der Beobachterstelle hatten sich nach einem Angriff auf den Marktplatz zahlreiche Helfer versammelt, um die Opfer zu bergen und Verletzte zu versorgen. Dann seien weitere Bomben auf den Markt und seine Umgebung gefallen. Den Angaben des Sprechers zufolge dürfte die Zahl der Toten weiter steigen.

In syrischen Armeekreisen hieß es, die Luftwaffe habe in Duma und in Harasta - einem weiteren Vorort der Hauptstadt Damaskus - die Hauptquartiere einer Rebellengruppe angegriffen. Dort soll eine Gruppe von Aufständischen am Samstag Regierungsstellungen attackiert haben.

Uno-Nothilfekoordinator O'Brien zu Gesprächen in Syrien

Die Stadt Duma liegt 13 Kilometer nordöstlich von Damaskus in der von Rebellen kontrollierten Region Ost-Ghuta. Diese gehört zu den am härtesten umkämpften Gebieten in dem mehr als vier Jahre dauernden Bürgerkrieg in Syrien. Von dort aus schießen Aufständische immer wieder Granaten in Richtung Hauptstadt. Die Führung in Damaskus versucht seit zwei Jahren, die Region wieder unter ihre Kontrolle zu bekommen. Seit Jahresbeginn fliegt die Luftwaffe dort verschärft Angriffe.

Am Mittwoch hatten sich syrische Regierungstruppen und Aufständische schwere Kämpfe in Damaskus geliefert. Dabei starben mindestens 31 Menschen bei Luftangriffen auf Rebellengebiete.

Am Samstag war eine zeitweise Waffenruhe in Sabadani vorzeitig beendet worden. Die Rebellen drohen, die Wasserversorgung für Damaskus zu kappen, sollten sich die Kämpfer der Regierung nicht zurückziehen. Die Aufständischen kontrollieren die Quelle Ain al-Fidschah, aus der derzeit rund 80 Prozent des Trinkwassers der Metropole stammen.

Am Sonntag traf sich der neue Uno-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien bei seinem ersten Syrienbesuch mit Vertretern der Regierung in Damaskus. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Sana sprach O'Brien unter anderem mit Syriens Außenminister Wallid al-Muallem über Möglichkeiten, den Zugang der notleidenden Bevölkerung zu humanitärer Hilfe zu erleichtern. Im syrischen Bürgerkrieg sind seit 2011 laut Schätzungen der Vereinten Nationen mindestens 250.000 Menschen getötet worden.

bos/AFP/dpa/Reuters
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