Syrien US-Kampfjets töten angeblich Dutzende Zivilisten

Seit September vorigen Jahres bombardieren die USA und ihre Partner Stellungen der IS-Terrormiliz in Syrien. Jetzt gab es den bisher schwersten Angriff - mit angeblich verheerenden Folgen.


Bei einem amerikanischen Luftangriff auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind im Norden Syriens nach unterschiedlichen Angaben bis zu 80 Zivilisten getötet worden. Dutzende wurden demnach verletzt. Unter den Opfern seien ganze Familien, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien, deren Angaben nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden können.

US-Kampfjets griffen den Berichten zufolge ein Dorf unter Kontrolle der IS an, das rund 40 Kilometer südlich der Stadt Kobane liegt. Auch Kämpfer der Extremisten seien getötet worden. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass der IS die Zivilisten als Schutzschilde missbrauchte.

Kampf um Kobane

Die USA und ihre arabischen Verbündeten bombardieren seit September vergangenen Jahres regelmäßig IS-Stellungen in Syrien. Die Stadt Kobane an der Grenze zur Türkei war im vergangenen Sommer monatelang umkämpft, bis sie von kurdischen Milizen mit US-Luftunterstützung von der IS-Herrschaft befreit wurde.

Die vom IS kontrollierte Nachrichtenagentur Amaaq bezifferte die Zahl der getöteten Zivilisten mit 80. Beobachter außerhalb der IS-beherrschten Zone sprachen von zusammengerechnet 90 Toten und Verletzten. Es dürfte sich um den bisher folgenschwersten Luftangriff der US-Allianz in Syrien gehandelt haben. Bei den bisherigen Angriffen sollen insgesamt 70 Zivilisten getötet worden sein.

Das Pentagon in Washington bestätigte, dass in sechs Luftangriffen sieben IS-Stellungen und ein Fahrzeug der Terrormiliz zerstört wurden. Über zivile Opfer machte das US-Verteidigungsministerium wie gewohnt keine Angaben.

Uno-Sondervermittler will Friedensverhandlungen forcieren

Rebellen und Regierungskräfte lieferten sich indes unweit der Hafenstadt Latakia heftige Kämpfe um die strategisch wichtige Anhöhe Nabi Junis. Sollten die Regimegegner das Gebiet einnehmen, würde ihnen das den Weg in die syrische Küstenebene öffnen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dort hat die religiöse Minderheit der Alawiten ihre Hochburg, der auch Machthaber Assad angehört.

Der Uno-Sondervermittler für Syrien, Staffan de Mistura, will von Dienstag an in Genf versuchen, wieder Friedensverhandlungen zwischen Regierung und Opposition in Gang zu bringen. Die Sondierungsgespräche mit einzelnen Konfliktparteien sollen über mehrere Wochen gehen. Die letzten Friedensverhandlungen in Genf waren Anfang 2014 gescheitert.

sms/dpa

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Seite 1
speedy 01.05.2015
1. Die Syrische Stelle für Menschenrechte,soso!!
Der Gründer dieser angeblichen Menschenrechtsstelle ist ein ehemaliger CIA-Agent und Informant.Diese Stelle treibt schon seit 4 Jahren eine sehr zweifelhafte Aufklärung.Man kann wenn überhaupt nur die Hälfte von dem glauben was von dieser Unrechtsstelle kommt.Wer Nachrichten in die Welt setzt die Unwahr sind,und in der Vergangenheit waren dies viele dem glaubt man eben nicht mehr.Viel schlimmer man misstraut diesen Organisationen.
reuanmuc 01.05.2015
2.
Zitat von speedyDer Gründer dieser angeblichen Menschenrechtsstelle ist ein ehemaliger CIA-Agent und Informant.Diese Stelle treibt schon seit 4 Jahren eine sehr zweifelhafte Aufklärung.Man kann wenn überhaupt nur die Hälfte von dem glauben was von dieser Unrechtsstelle kommt.Wer Nachrichten in die Welt setzt die Unwahr sind,und in der Vergangenheit waren dies viele dem glaubt man eben nicht mehr.Viel schlimmer man misstraut diesen Organisationen.
Solche Behauptungen kommen immer wieder von bestimmter Seite, aber Belege dafür gibt es keine, ganz im Gegenteil. Diese Stelle sammelt Informationen von einem Netzwerk an Informanten in Syrien und stellt sie zur Verfügung. Darunter sind auch Ärzte in Hospitälern. Viele Medien berufen sich darauf, weil die staatlichen Medien in Syrien absolut unglaubwürdig und propagandistisch sind, während Journalisten auf Grund der Gefahren nur selten selbst recherchieren können. Meist werden diese Informationen von verschiedener Seite bestätigt. Ob Sie den Informationen glauben oder nicht, das interessiert niemanden. Die Realität spricht für sich.
worldalert11 01.05.2015
3. Die CIA, soso
Wie schön, gleich der erste Kommentar bietet wieder abstruse Verschwörungstheorien. Der böse Westen ist mal wieder schuld, jeder, der nicht für den Schlächter Assad ist, von der CIA gekauft und Syrer sind natürlich unfähig, selbstständig Entscheidungen zu treffen oder gar für ihre Freiheit zu kämpfen. Ganz großes Kino, weiter so!
irrenderstreiter 01.05.2015
4.
Zitat von reuanmucSolche Behauptungen kommen immer wieder von bestimmter Seite, aber Belege dafür gibt es keine, ganz im Gegenteil. Diese Stelle sammelt Informationen von einem Netzwerk an Informanten in Syrien und stellt sie zur Verfügung. Darunter sind auch Ärzte in Hospitälern. Viele Medien berufen sich darauf, weil die staatlichen Medien in Syrien absolut unglaubwürdig und propagandistisch sind, während Journalisten auf Grund der Gefahren nur selten selbst recherchieren können. Meist werden diese Informationen von verschiedener Seite bestätigt. Ob Sie den Informationen glauben oder nicht, das interessiert niemanden. Die Realität spricht für sich.
Weder wissen Sie, woher die SOHR ihre Informationen bezieht, noch sind Sie in der Lage sie zu bewerten. Sie geben lediglich die Erklärung wieder, die man zur SOHR in unseren Medien findet. Normalerweise werden deren Meldungen eher unkritisch wiedergegeben, in diesem Falle ist das auffallend anders.
quark@mailinator.com 01.05.2015
5.
Pure Feigheit ... früher hat man eigene Soldaten eingesetzt - am Boden. Damit hat man auch deren Leben riskiert, aber eben weniger riskiert, einfach irgendwas zu treffen. Dann hat sich das immer mehr in die Luft verlagert, die Piloten brauchten die Toten, die sie verursachten nicht mehr so richtig zu sehen und waren auch selbst immer weniger in Gefahr ... nun sind wir bei den Drohnen. Da riskiert man überhaupt kein eigenes Leben mehr ... und die Zivilisten sterben und sterben seit langem. Ich bin total gegen diese Art der neuen Kriegsführung. Wenn keine eigenen Leben mehr in Gefahr sind, wird es immer leichter, in fremden Ländern weiter rumzuschießen. Zuhause stellt niemand mehr Fragen. Der ganze Mist von Al Quaida bis IS ist das Resultat der semi-kolonialen Politik der Industriestaaten im Nahen Osten. Nur immer schön das Öl unter Kontrolle halten ... Man kann sich das im Detail auf YouTube ansehen, wenn man mal nach Volker Pispers sucht. Der hat schön aufgezählt, wie ein Diktator nach dem anderen aufgebaut, aufgerüstet und auf seine Nachbarn gehetzt wurde, immer wieder, je nach Tageslage. Das ist eine Politik, welche negative Reaktionen geradezu zwangsläufig nach sich zieht. Es wird Zeit, daß das endlich mal aufhört. Ja, der IS ist eine Plage, aber Krieg ist keine Lösung. War er eigentlich noch nie.
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