Vereinbarung mit Rebellen Evakuierung von vier syrischen Städten beginnt

Mehr als 30.000 Syrer sollen aus vier belagerten Städten gebracht werden. Die Vereinbarung wurde von Katar und Iran vermittelt.

Bus mit Bewohnern von Fua und Kafraja
REUTERS

Bus mit Bewohnern von Fua und Kafraja


In vier syrischen Städten hat die zwischen Regierung und Rebellen vereinbarte Evakuierung begonnen. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete aus dem von Rebellen gehaltenen al-Raschidin bei Aleppo, dort seien am Freitag mindestens 80 Busse aus den von Aufständischen umzingelten Städten Fua und Kafraja in der nordwestlichen Provinz Idlib eingetroffen.

Aus den Reihen der Rebellen bestätigte eine Quelle in Idlib, die "Umsetzung der Vereinbarung hat diesen (Freitag-)Morgen begonnen". Auch die oppositionsnahe syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Informationen. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen.

Die unter Vermittlung von Katar und dem Iran zustande gekommenen Vereinbarung sollte eigentlich schon ab Dienstag vergangener Woche umgesetzt werden. Insgesamt sollen demnach mehr als 30.000 Menschen aus den von Rebellen belagerten Städten Fua und Kafraja sowie aus den Regierungstruppen umzingelten Städten Madaja und Sabadani gebracht werden.

Alle 16.000 Bewohner von Fua und Kafraja sollen nach Aleppo, Damaskus oder in die Provinz Latakia gebracht werden. Zivilisten aus den Rebellen-Hochburgen Madaja und Sabadani sollen Berichten zufolge auf eigenen Wunsch bleiben dürfen. Durch die jahrelange Belagerung gab es in den vier Städten kaum Lebensmittel und medizinische Versorgung.

Bereits am Mittwoch waren als erster Teil der Vereinbarung mehrere Gefangene ausgetauscht worden. Katar unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Rebellen, der Iran die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad.

dab/AFP

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