Syriens "singender Torwart" Ex-Fußballer stirbt offenbar bei Gefechten

Er war einer der ersten Sportler, die sich dem Widerstand gegen Syriens Präsident Assad anschlossen: Baset al-Sarout stieg auf Bühnen und stimmte Protestlieder an, später griff er zur Waffe. Nun ist er offenbar gestorben.

Eines der letzten Fotos von Basset al-Sarout vom März 2019, bei einer Demonstration anlässlich des Beginns der Widerstandsbewegung
AFP/OMAR HAJ KADOUR

Eines der letzten Fotos von Basset al-Sarout vom März 2019, bei einer Demonstration anlässlich des Beginns der Widerstandsbewegung


Sie haben ihn den "singenden Torwart" genannt: In Friedenszeiten hatte es Baset al-Sarout aus Homs bis in die syrische Jugendnationalmannschaft geschafft. 2011 schloss er sich den Gegnern von Syriens Präsident Baschar al-Assad an, erst den Demonstranten, dann den bewaffneten Kämpfern.

Nun ist al-Sarout offenbar bei Gefechten ums Leben gekommen. Er sei bei Kämpfen in der Provinz Hama schwer verwundet worden, sagte der Sprecher einer Rebellengruppe. Der 27-Jährige sei noch zur ärztlichen Behandlung in die Türkei gebracht worden, dort aber am Samstag gestorben.

Al-Sarout war einer der ersten Sportler, die sich dem bewaffneten Widerstand gegen Assad anschlossen. Bei Demonstrationen gegen die Assad-Regierung in Homs hatte er sich auch als Sänger von Protestliedern einen Namen gemacht. Im März 2014 strahlte der Sender Arte den Dokumentarfilm "Homs - Ein zerstörter Traum" aus, in dem auch die Geschichte des jungen Fußballers erzählt wird. (Hier geht's zu einer Besprechung des Films.)

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge kamen in vergangenen Jahren auch al-Sarouts Vater sowie vier seiner Brüder ums Leben. Al-Sarout selbst hatte im Lauf des Bürgerkriegs unter anderem als Kommandeur gekämpft und wurde mehrmals verwundet.

Die Kämpfe in Syrien dauerten am Samstag an. Die dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestehende Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) und von der Türkei unterstützte Rebellen kämpften mit der Regierung um Gebiete südlich der Provinz Idlib, der letzten großen Rebellenhochburg im Land. Nach einem Vormarsch der Rebellen verstärkten die Truppen Assads und dessen Verbündeter Russland ihre Luftangriffe, wie die Syrische Beobachtungsstelle berichtete.

beb/dpa



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tangoman 08.06.2019
1. zumindest einigermaßen neutrale Meldung
Das verbleibende "Rebellengebiet" ist inzwischen fast vollständig von einem umbenannten Ableger der al-Qaida kontrolliert, welche sich an den ausgehandelten Waffenstillstand nicht halten. Die verbleibenden anderen "Rebellen" haben sich fanatischen, islamischen Milizen angeschlossen. Al-Qaida hat in letzter Zeit mehrfach die russische Luftwaffenbasis mit Raketen beschossen. Dass sich die Russen nun nicht mehr an Zusagen gebunden fühlen, ist verständlich. Syrien war, vor dem aus dem Ausland angezettelten und massiv mit Waffen unterstütztem "Aufstand" der Islamisten, ein Land, in dem Syrische Christen, Jesiden und andere Glaubensgruppen unbehelligt leben und ihrem Glauben nachgehen konnten. Das Land hatte die beste Infrastruktur und Bildung in der Region. Ich hoffe, dass Assad das Islamistennest um Idlib und Homs endlich ausräuchert, die fliehenden Al-Quida-Mitglieder zu ihrem Protegé Türkei ziehen läßt und den Rest, welcher unbedingt kämpfen will, mit deren 99 Jungfrauen vereint. Dann ist der Krieg beendet und das Land kann endlich wieder aufgebaut werden. Wer der Meinung ist, in den Staaten des Ostens würde etwas Anderes als eine eisenharte Diktatur funktionieren, ist ein westlicher Traumtänzer.
m.klagge 08.06.2019
2. Geht's noch?
Was soll diese selten dämliche rührseelige Story? Ohne vernünftige und von richtigen Journalisten sauber recherchiete Hintergründe sind Syrische "Widerstandskämpfer" nichts anderes als islamische Terroristen. Ganz egal ob sie vorher Torwart oder Bänkelsänger gewesen sind. Das gilt für Einheimische ebenso wie für die aus Deutschland eingereisten "Widerstandskämpfer", die jetzt wieder zurückkehren wollen in das Land wo für sie Milch und Honig fließen.
jla.owl 08.06.2019
3. und jetzt...
...ja, Krieg bedeutet nun mal vor allem Tod... ist ein Mensch wertvoller, wenn er Fussballer ist/war? Künstlich produzierte Helden. Ja, mein aufrichtiges Beileid an die Hinterbliebenen jedes gefallenen, rein emotional. Aber rein rational kann da keine Trauer aufkommen, wer zu den Waffen greift, um ein Regime zu stürzen und einen Bürgerkrieg führt... und den reinen Machtinteressen Andere anschliesst... denn wer dort unterdrückt, ist doch völlig egal, unterdrücken wollen sie alle, vielleicht mit Ausnahme der Kurden...
schulz.dennis.84 08.06.2019
4. Eigentlich haben wir ja Meinungsfreiheit
Wie drücken wir das jetzt politisch korrekt aus ohne der Zensur anheim zu fallen? Eigentlich haben wir ja Meinungsfreiheit in Deutschland. Uns wird täglich eingebleut nur so böse Staaten wie China oder Nord-Korea haben eine ganz arg böse Zensur, wo man nicht seine Meinung frei äußern darf. Jetzt überlege ich wie ich das am besten hier im angeblich freien Deutschland ausdrücken kann um nicht gesperrt zu werden. Da ist ein Aufständischer oder noch besser ein Aktivist, der sich gegen die bestehende Ordnung mit Waffengewalt gewandt hat und der bestimmt viele Menschen im Namen seiner Religion getötet hat, selber getötet worden. Muss ich da jetzt traurig sein?
Teile1977 08.06.2019
5. Terror
Die ersten Foristen sind ja echt schnell in ihrem Urteil. Anscheinend sind und waren alle Rebellen islamistische Terroristen, und der Aufstand komplett von außen gesteuert. Anscheinend haben die Leute vergessen das Assad auch schon vor dem Aufstand ein brutaler Schlächter war der Hunderttausende in seinen Gefängnissen zu Tode foltern ließ.Schon vergessen wie der Aufstand begann? Das Menschen friedlich für mehr Rechte demonstriert haben und Assads Soldaten sofort mit Maschinengewehren hineinschießen ließ? Das seine Schärgen danach die Krankenhäuser durchsucht haben um Verwundete zu erschießen, damit wirklich jeder der nicht seiner Meinung ist getötet wird? Das er Giftgas und Fassbomben wahllos gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt hat, massenhaft Schulen und Kramkenhäuser bombardiert hat? Assad ist ein übler Kriegsverbrecher, und Frieden wird es dort nicht geben!
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