Syrienkrieg Steinmeier drängt Lawrow zu längerer Waffenruhe

Außenminister Steinmeier schaltet sich in den Streit über eine Verlängerung der Waffenruhe in Syrien ein. Seinen russischen Kollegen Lawrow drängte er, eine längere Feuerpause als nur 48 Stunden zu unterstützen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier
DPA

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier


Bundesaußenminister Steinmeier hat in einem Telefongespräch seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow aufgefordert, dass die USA und Russland ihre Gespräche über eine Waffenruhe in Syrien in Genf fortsetzen.

Steinmeier habe die russische Seite dazu aufgefordert, eine längere Waffenruhe als nur 48 Stunden mitzutragen und diese dann beim Assad-Regime auch konsequent durchzusetzen, war aus dem Auswärtigen Amt zu hören.

Die zwischen Moskau und Washington ausgehandelte Feuerpause in Syrien war Anfang vergangener Woche von der syrischen Armee aufgekündigt worden. Seitdem starteten syrische Regierungstruppen mit militärischer Unterstützung Russlands eine Militäroffensive gegen Aleppo, um die einstige Wirtschaftsmetropole im Norden des Landes vollständig zurückzuerobern.

Merkel telefonierte mit Putin und Erdogan

US-Außenminister John Kerry drohte Lawrow mit einem Abbruch der Syrien-Gespräche, sollten die Angriffe auf Aleppo weitergehen.

In einem Telefonat sprachen auch Kanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin über den Syrienkrieg. Beide seien sich einig, dass die internationalen Bemühungen um Frieden fortgesetzt werden müssten, hieß es. Putin habe betont, dass die USA als Partner Russlands ihrer Verpflichtung nachkommen müssten, die moderate Opposition und Terroristen zu trennen. Moskau werde sich seinerseits weiter für einen stabilen Waffenstillstand und die Verbesserung der humanitären Lage einsetzen. Dem Kreml zufolge fand das Telefonat auf deutsche Initiative hin statt.

Auch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan telefonierte Merkel wegen der Lage in Syrien. Beide hätten die jüngste von Russland unterstützte Offensive der syrischen Armee gegen die von Rebellen kontrollierten Stadtteile Aleppos scharf kritisiert, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Die "mehrfach berichteten eklatanten Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht" seien nicht hinnehmbar.

Merkel und Erdogan seien sich ebenfalls einig, dass Russland eine besondere Verantwortung zukomme, "um die Gewalt zu beruhigen und damit einem politischen Prozess überhaupt eine Chance zu geben". Ein Waffenstillstand sei dringlicher denn je.

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als/sev

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