Friedensverhandlungen Uno-Chef lädt überraschend Iran zu Syrienkonferenz ein

Der Assad-Verbündete Iran hat kurz vor der internationalen Friedenskonferenz zu Syrien doch noch eine Einladung erhalten - zumindest zum Auftakt in Montreux. Doch die Entscheidung von Uno-Chef Ban Ki Moon ist umstritten. Die Exil-Opposition droht mit Boykott.
Friedensverhandlungen: Uno-Chef lädt überraschend Iran zu Syrienkonferenz ein

Friedensverhandlungen: Uno-Chef lädt überraschend Iran zu Syrienkonferenz ein

Foto: STRINGER/ REUTERS

New York/Istanbul - Iran hat in letzter Minute doch noch eine Einladung zur Syrien-Friedenskonferenz erhalten. "Iran muss Teil einer Lösung für die Krise in Syrien sein", sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Sonntag (Ortszeit) in New York. Deswegen habe er Iran zum Auftakt der Konferenz am Mittwoch nach Montreux in der Schweiz eingeladen.

Die syrische Opposition reagierte extrem verärgert. Sie forderte Ban Ki Moon auf, seine Einladung zurückzuziehen. Eine Sprecherin der Nationalen Syrischen Allianz sagte am Montag in Istanbul, Ban habe bis Montagabend Zeit, den Iran wieder auszuladen. Sollte dies nicht geschehen, dann werde die Opposition ihre Teilnahme an den Friedensverhandlungen absagen.

Auch die USA hatten sich besorgt über die Einladung geäußert. Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, erklärte: "Wenn Iran das Genfer Kommuniqué nicht vollständig und öffentlich akzeptiert, muss die Einladung widerrufen werden."

Einladung nur für einen Tag

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif habe ihm in den vergangenen Tagen immer wieder versichert, dass er die Grundlagen und Ziele der Konferenz anerkenne, sagte Ban. Daraufhin habe er sich zu einer Einladung für das Land entschieden. Sie gelte aber nur für den Auftakt der Konferenz, nicht für die Fortsetzung in Genf zwei Tage später. Iran ist neben Russland einer der Unterstützer des Regimes von Baschar al-Assad in Syrien.

Die syrische Exil-Opposition hatte am Wochenende ihre lang erwartete Teilnahme an Friedensgesprächen in der Schweiz zugesagt. Damit wurde das letzte Hindernis für die von Mittwoch an geplante Verhandlungsrunde zwischen den syrischen Konfliktparteien und internationalen Vermittlern beseitigt. Der Teilnahmebeschluss war nach zweitägigen, erbittert geführten Diskussionen in Istanbul zustande gekommen.

Ban sagte in der Nacht zum Sonntag, die Entscheidung sei ein "mutiger und historischer Schritt". Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte: "Das ist die richtige Entscheidung, auch wenn ich verstehen kann, dass sie vielen Oppositionellen schwer gefallen ist."

Gemeinsam mit Iran bekamen auch noch neun weitere Länder Einladungen nach Montreux: Australien, Bahrain, Belgien, Griechenland, der Vatikan, Luxemburg, Mexiko, die Niederlande und Südkorea. "Die ausgeweitete internationale Anwesenheit an diesem Tag wird eine wichtige und nützliche Solidaritätsbekundung sein", sagte Ban am Sonntag. Er will am Montag in die Schweiz aufbrechen.

ler/aar/dpa/AFP