Neue Syrien-Friedenskonferenz USA sagen Treffen mit Russland ab

Gespräche über eine neue Syrien-Friedenskonferenz wird es so schnell nicht geben: Washington hat ein Treffen mit Syriens Verbündetem Moskau abgesagt. Russland reagiert enttäuscht, spricht von einem Alleingang der USA.
Syrier bringen in Aleppo einen Verletzten weg: Gespräche für Friedenskonferenz verschoben

Syrier bringen in Aleppo einen Verletzten weg: Gespräche für Friedenskonferenz verschoben

Foto: ABO AL-NUR SADK/ AFP

Washington/Moskau - Das US-Außenministerium hat ein geplantes Treffen mit russischen Vertretern über eine neue Syrien-Friedenskonferenz abgesagt. Das Gespräch war für Mittwoch angesetzt gewesen. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte am Dienstag, der Termin sei wegen der Konsultationen über die angemessene Reaktion auf den Giftgasangriff in Syrien verschoben worden.

Für Washington gibt es nach Angaben von US-Außenminister John Kerry keine Zweifel daran, dass das Assad-Regime Chemiewaffen gegen Zivilisten eingesetzt hat. Noch ist aber unklar, wie die US-Regierung reagieren will. Präsident Barack Obama plant angeblich einen gezielten Raketenangriff auf syrische Armee-Einrichtungen, berichtet die "Washington Post".

Moskau reagierte enttäuscht auf die Absage des Treffens der Uno-Vetomächte in Den Haag. "Eine Ausarbeitung von Optionen für eine politische Lösung in Syrien wäre gerade jetzt wichtig gewesen, wenn dem Land ein Militärschlag droht", schrieb Vizeaußenminister Gennadi Gatilow am Dienstag bei Twitter. Er betonte, die Entscheidung sei von den USA im Alleingang getroffen worden.

Bei dem Treffen in Den Haag sollten die Pläne für eine internationale Friedenskonferenz beraten werden, um den Bürgerkrieg in Syrien zu beenden. Die USA kündigten an, sich mit Russland gemeinsam um einen neuen Termin zu bemühen. Auch die syrische Opposition hatte zuvor einer Friedenskonferenz eine Absage erteilt.

Seit Monaten streiten sich Russland, ein enger Partner des Assad-Regimes in Damaskus, und die USA, Unterstützer der Rebellen, über Teilnehmer und Format des geplanten internationalen Syrien-Treffens in Genf.

Die Regierung in Moskau lehnt eine militärische Intervention in Syrien vehement ab. "Der Einsatz von Gewalt ohne die Zustimmung des Uno-Sicherheitsrats ist eine sehr schwere Verletzung des internationalen Rechts", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag. Der Westen bewege sich auf "einem sehr gefährlichen Pfad".

heb/Reuters/dpa