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21. Januar 2014, 20:11 Uhr

Syrien-Konferenz in der Schweiz

Aufmarsch der Todfeinde

Von und

Mit knallharten Positionen gehen Syriens Regime und die Opposition in die Friedensgespräche in der Schweiz. Selbst kleinste Zugeständnisse dürften den Verhandlungsführern alles abverlangen. Wer sitzt dort am Tisch - mit welcher Agenda?

Allein, dass sie zusammenkommen, wird schon als Erfolg gewertet. Monatelange, mühsame Überzeugungsarbeit war nötig, um die erbitterten Feinde an einen Tisch zu bringen. Nun treffen sie sich am Mittwoch im schweizerischen Montreux zu den "Genf 2"-Friedensgesprächen für Syrien.

Erst in allerletzter Minute gelang es den USA, auch die syrische Opposition an den Verhandlungstisch zu bekommen. Erst wenn Ahmed Dscharba, Chef der oppositionellen syrischen Nationalkoalition, tatsächlich am Tisch im Luxushotel "Montreux-Palace" erscheint, werden Amerikaner und Europäer wohl aufatmen.

Seit Mai 2013 haben sich Vermittler der Uno, der USA und der Europäer sowie Russlands darum bemüht, die Konfliktparteien in Syrien zur Teilnahme an der Gesprächen über die Zukunft ihres Heimatlandes zu bewegen. Groß ist ihre Angst, dass die Gewalt in Syrien vollends außer Kontrolle gerät. Erst am Dienstag sorgten Meldungen über systematische Folter in den Assad-Gefängnissen für Aufsehen.

Sorge bereiten den internationalen Beobachtern die zunehmende Radikalisierung islamistischer Kämpfer, die Verschlechterung der Sicherheitslage in Syriens Nachbarstaaten und die sich zuspitzende humanitäre Notlage. So kann es nicht weitergehen - das ist das einzige, über das sich alle einig sind.

Die Positionen liegen weit auseinander

Fernziel der Gespräche sollen das Ende der Gewalt und die Bildung einer Übergangsregierung unter Beteiligung der Opposition sein. Doch das wird schwierig. Die Verhandlungspositionen beider Seiten sind festgefahren.

Das syrische Regime hat angekündigt, dass es in der Schweiz "auf keinen Fall Macht an irgendwen abgeben werde". Bislang hieß es auch immer, Baschar al-Assads Rolle als Präsident stehe nicht zur Debatte.

Für die Exil-Opposition dagegen ist die Abdankung Assads eine Minimalforderung. Nur dann würde es überhaupt Sinn machen, einen Übergangsprozess zu diskutieren, so die syrische Nationalkoalition. Sie ist die vom Westen anerkannte offizielle politische Opposition Syriens.

Wer sind die wichtigsten Verhandler, und was wollen sie? Klicken oder wischen Sie sich hier durch die Fotos:

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