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03. Januar 2012, 11:34 Uhr

Syrien

Gas-Pipeline in der Provinz Homs explodiert

Die syrische Regierung spricht von einem Anschlag: In der Provinz Homs ist erneut eine Gas-Pipeline explodiert. Eine bewaffnete Terroristengruppe sei für das Attentat verantwortlich, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur.

Damaskus - Es soll der vierte Anschlag auf eine Pipeline seit Beginn des Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad sein: Nahe Rastan ist eine Gasleitung explodiert. Die Stadt liegt in der zentralsyrischen Provinz Homs, die als Hochburg des Protests gilt.

Die Regierung sprach von einem Attentat. Verantwortlich machte sie "eine bewaffnete Terroristengruppe". Sie habe die Pipeline gesprengt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Damit seien nun zwei Kraftwerke von der Versorgung abgeschnitten. Jetzt könnten 400 Megawattstunden Strom weniger produziert werden, die Stromsperre würde sich um eine Stunde pro Tag verlängern, hieß es in der Meldung. Wie die Nachrichtenagentur AP meldete, gab es keine Verletzten.

Seit März wurden immer wieder Anschläge auf Pipelines verübt. Es ist unklar, wer hinter den Attacken steht. Assads Regime spricht von Saboteuren und Terroristen. Die Opposition beschuldigt dagegen die Regierung, mit der Angst der Menschen vor religiösem Extremismus und Terrorismus zu spielen. Assad bezeichnet sich als einzige Kraft, die Syrien Stabilität garantieren könne.

Seit Beginn des Aufstands gegen Assad und sein Regime sind nach Uno-Angaben mehr als 5000 Menschen ums Leben gekommen. Seit über einer Woche sind Beobachter der Arabischen Liga in Syrien, sie sollen das Blutvergießen stoppen. Allerdings feuern Scharfschützen weiterhin auf Gegner der Regierung. Seitdem die Beobachtermission im Land ist, sollen nach Angaben der Opposition mehr als 300 Menschen getötet worden sein.

heb/AP/Reuters

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