Gefechte im Grenzgebiet Syrische Granaten töten Zivilisten in der Türkei

Eine Granate aus Syrien hat ein türkisches Grenzdorf getroffen, fünf Bewohner kamen ums Leben. Laut einem Fernsehbericht soll es sich um eine Mutter und ihre vier Kinder handeln. Die türkische Regierung hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon eingeschaltet.
Rauchschwaden in Akcakale: Hier schlug mindestens eine Granate aus Syrien ein

Rauchschwaden in Akcakale: Hier schlug mindestens eine Granate aus Syrien ein

Foto: RAUF MALTAS/ANATOLIA/ AFP

Akcakale - Die Mörsergranate schlug in der Ortschaft Akcakale an der Südostgrenze der Türkei ein. Wie derNachrichtensender CNN Türk berichtet, seien fünf Menschen getötet und 13 weitere schwer verwundet worden. Bei den den Todesopfern handele es sich um eine Frau und ihre vier Kinder.

Die Granate sei in einem Wohngebiet eingeschlagen und habe ein Haus getroffen, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Reuters. Fernsehbilder zeigten Dorfbewohner, die in Panik über die Straßen rannten oder Deckung suchten. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu berief ein Krisentreffen ein und telefonierte sowohl mit dem Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon als auch mit dem Sondergesandten für Syrien, Lakhdar Brahimi.

Der Ort Akcakale war in der vergangenen Woche bereits von einer aus Syrien abgefeuerte Mörsergranate getroffen worden; dabei waren Hauswände beschädigt worden. Die Bevölkerung sei wütend auf Syrien, sagte der Bürgermeister des Ortes. In den vergangenen Tagen seien bei den Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen um den Grenzposten von Tal al-Abjad immer wieder Kugeln und Granaten in der Nähe von Akcakale eingeschlagen. Die Schulen an der Grenze seien seit Tagen geschlossen.

Schon seit Monaten kommt es bei den Kämpfen zwischen syrischen Truppen und Rebellen zu Zwischenfällen auf türkischem Hoheitsgebiet. Mehrere Türken wurden von Schüssen aus Syrien verwundet. Im April waren nach türkischen Angaben mindestens fünf Menschen verletzt worden, als syrische Kugeln ein Flüchtlingscamp in Kilis, weiter westlich an der türkisch-syrischen Grenze trafen.

Die türkische Armee hatte ihre Truppen an der 900 Kilometer langen Grenze aufgestockt und die Luftüberwachung verschärft, nachdem Syrien im Juni ein türkisches Flugzeug abgeschossen hatte.

Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland mehr als 93.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen. Die Forderung Ankaras, eine Schutzzone für Vertriebene auf der syrischen Seite der Grenze einzurichten, hat international keine ausreichende Unterstützung erhalten.

stk/Reuters/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.