Verein "Helfen in Not" Spendengelder flossen offenbar an syrische Terrorgruppen

Der Verein "Helfen in Not" verspricht Unterstützung für Menschen in Krisengebieten. Nach SPIEGEL-Informationen profitierten von den Spendengeldern aber wohl auch Terrorgruppen in Syrien.

Zerstörtes Krankenhaus in Syrien
REUTERS/ Social Media Website

Zerstörtes Krankenhaus in Syrien

Von , und


Spenden des islamischen Hilfsvereins "Helfen in Not" sind offenbar auch zu Terrorgruppen in Syrien gelangt. Dies zeigen nach SPIEGEL-Informationen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Terrorhelfer. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 41/2016
Brandherd Syrien: Putins Werk, Obamas Beitrag

Demnach habe ein Angeklagter geplant, im Februar 2014 mit einem Konvoi von "Helfen in Not" neun Krankenwagen aus Deutschland zum "Islamischen Staat" (IS) und zur militanten Nusra-Front, heute Dschabhat Fatah al-Scham, zu bringen.

Die Fahrzeuge landeten laut den Ermittlern wegen Konflikten der Gruppen am Ende bei der Rebellenmiliz Ahrar al-Scham, die von der Bundesanwaltschaft als terroristische Vereinigung eingestuft wird. Dies belegten abgehörte Telefonate des Angeklagten.

"Helfen in Not" unterstützt nach eigenen Angaben unter anderem Projekte für Afrika, Palästina und Syrien. Jede Spende würde "zu hundert Prozent" bei den Not leidenden Menschen ankommen, heißt es auf der Website der Initiative. "Helfen in Not" hat auf eine Anfrage des SPIEGEL nicht geantwortet.

Zu Spendengalas islamischer Hilfsvereine kommen einem Verfassungsschutzpapier zufolge mitunter bis zu 2000 Besucher. Pro Treffen sammelten die Aktivisten angeblich bis zu 50.000 Euro ein.


Im Video: Salafisten sammeln Spenden

DER SPIEGEL

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht und welche Geschichten Sie bei SPIEGEL+ finden, erfahren Sie auch in unserem kostenlosen Politik-Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von den politischen Köpfen der Redaktion.



insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
balu2016 07.10.2016
1. ihr seid gut
Schreibt das Spendengelder für Syrien bei Terrorgruppen ankommen und direkt unter dem Artikel wo man für Syrer spenden kann, ernsthaft jetzt?
westin 07.10.2016
2. Was ist denn das für ein Geschäftsgebaren
Bekir Astürk der Geschäftsführer hat sich wahrscheinlich abgesetzt und berantwortet deswegen keine Spiegelanfragen.
jujo 07.10.2016
3. ...
Ein weiterer Beleg und eine Bestätigung für mich, an welche Organisation auch immer, nicht zu Spenden. Bzw. Nur an Bedürftige die ich vor mir sehe, da gebe ich gerne.
OberstSL 07.10.2016
4. Das wurde ein
Demnach habe ein Angeklagter geplant, im Februar 2014 mit einem Konvoi von "Helfen in Not" neun Krankenwagen aus Deutschland zum "Islamischen Staat" (IS) und zur militanten Nusra-Front, heute Dschabhat Fatah al-Scham, zu bringen. Die Fahrzeuge landeten laut den Ermittlern wegen Konflikten der Gruppen am Ende bei der Rebellenmiliz Ahrar al-Scham, die von der Bundesanwaltschaft als terroristische Vereinigung eingestuft wird. Dies belegten abgehörte Telefonate des Angeklagten. Ist der IS inzwischen eine "moderate Heilsarmee", die nur gutes im Sinn hat? Habe ich einen Nagel im Kopf? Ist mir etwas entgangen? Sind die jetzt "die Guten"?
herm16 07.10.2016
5. ja
ich Spende schon lange nicht mehr, genau aus dem Grund, da ich nicht weiß wer das Geld bekommt. Ich hab immer noch Haiti vor Augen, da wurde viel gespendet, wo ist das Geld hin?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.