Luftangriff in Syrien Hochrangiger Hisbollah-Kommandeur getötet

Er soll Drahtzieher des Mordes am früheren libanesischen Premier Rafik Hariri sein. Jetzt ist der Hisbollah-Anführer Mustafa Badreddine bei einem Luftangriff in Syrien ums Leben gekommen.

Mustafa Badreddine
AP/ Hezbollah Media Department

Mustafa Badreddine


Ein führender Militärkommandeur der Schiiten-Miliz Hisbollah ist offenbar bei einem israelischen Luftangriff in Syrien getötet worden. Das gab die Hisbollah selbst in einer Erklärung bekannt, die über den Fernsehsender Al-Manar verbreitet wurde.

Mustafa Badreddine sei demnach bereits am Dienstag bei einer Explosion nahe dem Flughafen der syrischen Hauptstadt Damaskus ums Leben gekommen. Die Hisbollah bezeichnete ihn als "Märtyrer".

Die libanesische Miliz unterstützt in Syrien Baschar al-Assad und gilt als einer der schärfsten Gegner Israels. Im März war sie von den Mitgliedern der Arabischen Liga zur Terrororganisation erklärt worden.

Badreddine zählt zu den Hauptverdächtigen, die 2005 ein tödliches Sprengstoffattentat auf den früheren libanesischen Ministerpräsident Rafik Hariri verübt haben sollen. Hariri war antisyrisch eingestellt. Bei dem Anschlag am 14. Februar 2005 in Libanons Hauptstadt Beirut wurden neben dem Politiker 22 weitere Menschen getötet.

Viele Libanesen machten das Nachbarland Syrien für den Anschlag auf Hariri verantwortlich, auch nach Einschätzung einer Uno-Untersuchungskommission gibt es Hinweise auf eine syrische Beteiligung. Die Regierung in Damaskus bestreitet die Vorwürfe.

In Kuwait war Badreddine bereits 1983 wegen Bombenanschlägen zum Tode verurteilt worden. Er konnte aber nach dem Einmarsch des irakischen Machthabers Saddam Hussein 1990 in Kuwait aus dem Gefängnis entkommen.

heb/dpa/AFP

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