Uno in Sorge Hunderte Zivilisten aus Aleppo offenbar verschwunden

Hunderte Männer und Jungen wollten aus den Rebellengebieten Aleppos in die vom Assad-Regime kontrollierten Teile der Stadt fliehen. Jetzt fehlt von ihnen laut Uno jede Spur.

Flüchtlinge in Aleppo
AFP

Flüchtlinge in Aleppo


Sie waren auf dem Weg vom Rebellengebiet Aleppos in regierungskontrollierte Teile der syrischen Stadt - jetzt fehlt von Hunderten Männern und Jungen offenbar jede Spur. Wie die Vereinten Nationen mitteilten, werden zahlreiche Personen vermisst. "Angesichts der schrecklichen Berichte über willkürliche Internierungen, Folter und verschollene Personen sind wir natürlich tief besorgt", sagte der Sprecher der Uno-Menschenrechtskommission, Rupert Colville, in Genf.

Zugleich gebe es auch Berichte, dass Rebellen einige Zivilisten daran gehindert hätten, in sichere Gebiete zu fliehen. Sollte dies zutreffen, könnte es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Insgesamt befänden sich vermutlich noch etwa 100.000 Zivilisten in Gebieten, die von der Opposition gehalten würden.

Die syrische Armee hatte in den vergangenen Tagen die Rebellen in Aleppo immer mehr zurückgedrängt. Dabei kam es zu heftigen Kämpfen, die das Leid der eingeschlossenen Zivilbevölkerung noch mehr verschlimmerten.

Am Donnerstag erklärte Russland, die syrische Armee habe ihre Einsätze gestoppt, damit Zivilisten gerettet werden könnten. Nach Angaben von Korrespondenten vor Ort und Rebellen setzte die Armee allerdings in der Nacht und am Freitagmorgen ihre Offensive in Aleppo fort.

kev/Reuters



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