Bürgerkrieg in Syrien Kämpfe um Militärbasen fordern offenbar fast 200 Todesopfer

Die islamistische Nusra-Front hat wichtige Armeestützpunkte in Syrien erobert, jetzt werden Details zu den Kämpfen bekannt: Dutzende Rebellen und Soldaten des Regimes sollen dabei getötet worden sein.

Rebellenkämpfer in Syrien: Dutzende Tote in der Provinz Idlib
AFP

Rebellenkämpfer in Syrien: Dutzende Tote in der Provinz Idlib


Idlib/Beirut - Bei Gefechten um zwei wichtige Armeebasen im Nordwesten Syriens sind binnen 24 Stunden offenbar mehr als 180 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien etwa 100 Soldaten des Regimes sowie 80 Kämpfer der islamistischen Nusra-Front, teilte die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Bei der Eroberung der Stützpunkte Wadi al-Deif und Hamidijeh habe die islamistische Nusra-Front am Montag zudem 120 Soldaten in ihre Gewalt gebracht.

Die Kämpfe entbrannten in der Provinz Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes. Dort sei es Aufständischen der Nusra-Front und anderen Gruppen gelungen, die strategisch wichtige Militärbasis Wadi al-Deif unter ihre Kontrolle zu bringen. Laut der Beobachtungsstelle setzte die Miliz bei dem am Sonntagmorgen begonnenen Angriff Panzer und andere schwere Waffen ein. Diese habe sie zuvor von der Syrischen Revolutionsfront erbeutet, einer vom Westen unterstützten moderaten Rebellengruppe.

Die Rebellen hatten Wadi al-Deif zuvor zwei Jahre lang belagert. Die rund 30 Kilometer südlich von Idlib liegende Basis ist für die Armee von Präsident Baschar al-Assad von großer Bedeutung. Sie liegt zwischen dem hart umkämpften Norden des Bürgerkriegslandes und dem mehrheitlich vom Regime kontrollierten Süden.

Die Nusra-Front, ein syrischert Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida, hatte bereits im November die gemäßigten Rebellen aus weiten Gebieten im Nordwesten des Landes vertrieben. Die mit al-Qaida verbündete Nusra-Front war einst die stärkste militante Dschihadistengruppe in Syrien, inzwischen hat ihr aber die IS-Miliz diesen Rang abgelaufen. Erstmals hatten die Vereinigten Staaten die Nusra-Front am 23. September aus der Luft angegriffen. Anfang November folgten weitere Attacken durch US-Kampfflugzeuge.

mxw/AFP/Reuters/dpa

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