Chef der Münchner Sicherheitskonferenz Ischinger fordert "militärische Handlungsoptionen" für Syrien

Abwehrschritte und eine diplomatische Großoffensive: Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz fordert eine Syrien-Strategie mit "glaubwürdigen militärischen Handlungsoptionen". Den Nahen Osten wähnt Ischinger kurz vor einer "Groß-Explosion".
Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz: Nichtstun hat Folgen

Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz: Nichtstun hat Folgen

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Tobias Hase/ dpa

Zu lange hat der Westen weggeschaut - nun muss im Syrienkonflikt gehandelt werden: Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, plädiert für ein militärisches Engagement Deutschlands in dem Bürgerkriegsland. "Unsere Strategie in der Syrienkrise ist nur dann glaubwürdig, wenn sie mit glaubwürdigen militärischen Handlungsoptionen unterlegt ist", sagte Ischinger dem "Münchner Merkur". 

"Die EU muss imstande sein, über Fragen wie Schutzzonen in Syrien für die Millionen von Flüchtlingen ernsthaft zu reden", forderte Ischinger. Dazu müsse auch mit den USA und anderen Staaten über mögliche Flugverbote in und um Syrien gesprochen werden. "Wer sich dazu nicht aufrafft, darf sich nicht wundern, wenn weitere Hunderttausende oder Millionen Flüchtlinge bei uns landen."

Das Nichtstun des Westens angesichts der dramatischen Lage in Syrien habe Folgen, sagte Ischinger. Nun lande der Konflikt "krachend vor unserer Haustür". Europa müsse sich bei der Lösung des Problems auch mit Russland und Iran abstimmen.

Generell zeichnete der Sicherheitsexperte ein düsteres Bild von der Lage im Nahen Osten. "Die gesamte Region steht kurz vor der Groß-Explosion. Die Gefahr überschwappender Instabilität ist enorm." Deshalb sei es überfällig, in Europa nicht nur "Abwehrschritte" zu unternehmen, sondern "eine diplomatische Großinitiative" zu starten.

vks/AFP
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