Syrische Provinz Homs Aktivisten melden Eroberung wichtiger Stadt durch den IS

Die Terrormiliz IS hat Beobachtern zufolge einen strategisch bedeutsamen Ort in Syrien eingenommen. Die Kontrolle über Karjatain ermöglicht es den Dschihadisten, Kämpfer schneller in Richtung Damaskus zu bringen.


Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat offenbar eine strategisch wichtige Stadt in der zentralsyrischen Provinz Homs erobert. Der IS habe in der Nacht zum Donnerstag die Stadt Karjatain im Südosten von Homs eingenommen, sagte der Chef der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Bei vorangegangenen Kämpfen seien 37 Soldaten der syrischen Armee und andere regierungstreue Kämpfer sowie 23 IS-Kämpfer getötet worden.

Die Stadt sei deswegen so bedeutsam, weil sie an der Verbindungsstraße zwischen dem vom IS kontrollierten Palmyra in Richtung der Landeshauptstadt Damaskus liege, sagte Rahman. Die Kontrolle über Karjatain erlaube es der Terrororganisation, zwischen dem Osten von Homs und der Region Kalamun Kämpfer und Nachschub zu befördern.

Das Kalifat schrumpft: Der IS konnte zuletzt in Nordsyrien zurückgedrängt werden
SPIEGEL ONLINE

Das Kalifat schrumpft: Der IS konnte zuletzt in Nordsyrien zurückgedrängt werden

Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Ärzten und Aktivisten in Syrien. Die Angaben haben sich in der Vergangenheit als sehr zuverlässig erwiesen, lassen sich aber von unabhängiger Seite kaum überprüfen.

Der Bürgerkrieg in Syrien wütet bereits seit mehr als vier Jahren. Seit Beginn der Kämpfe im März 2011 wurden nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bereits etwa 230.000 Menschen getötet. Millionen Syrer sind auf der Flucht.

Fotostrecke

12  Bilder
Islamischer Staat: Jahr des Terrors

mxw/AFP

insgesamt 36 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
abc-xyz 06.08.2015
1. Assad konzentriert sich nur auf FSA
Es wundert mich nicht, dass der IS fast ungehindert durch syrisches Gebiet rollen kann. Assad konzentriert sich gerade an 4 Punkten: Douma, Zabadani, Daraa und die Al-Ghaib Ebene. In allen Fällen wird die FSA und deren Verbündete bekämpft. Der IS kann demnach weiter ungehindert vorstoßen. Nur die FSA/YPG Allianz im Norden konnte ihnen Gebiete abjagen. Es zeigt sich mehr, dass Assad und IS die 2 Übeln Syriens sind, die einander brauchen. Man kann den einen nicht ohne den anderen zerstören, da sie 2 Seiten der selben Medaille sind.
Saturn48 06.08.2015
2. Vorgestern
war im ZDF die Film Doku zu sehen :: Der Weg nach Köln:: und ::Über den Rhein:: Wie die Geschichte ausgeht ist hinlänglich bekannt aber nur so wird es gehen diesen Verbrechern Herr zu werden. Alles andere ist halbherzig.
spiegelleser861 06.08.2015
3. Endkampf
Es sieht so aus, als ob Assad so langsam die Kräfte ausgehen. Aber ob das, was danach kommt (= IS) besser für die Menschen dort (und auch für uns) ist, darf bezweifelt werden... Erdogan wird sich vielleicht über seinen neuen islamistischen Nachbarn freuen, wir werden uns aber wohl auf Millionen neue Flüchtlinge einstellen müssen, denn gerade der Süden und Westen war wohl bisher eher liberal und z.T. schiitisch und christlich. Nachvollziehbar, wenn diese Menschen lieber im Westen als in einer brutalen Islamo-Sunniten-Diktatur leben wollen... Da muss man sich schon fragen, ob die momentane Politik des aktiven Zuschauens wirklich die beste ist (für Syrien und für uns...).
iconoclasm 06.08.2015
4.
Zitat von abc-xyzEs wundert mich nicht, dass der IS fast ungehindert durch syrisches Gebiet rollen kann. Assad konzentriert sich gerade an 4 Punkten: Douma, Zabadani, Daraa und die Al-Ghaib Ebene. In allen Fällen wird die FSA und deren Verbündete bekämpft. Der IS kann demnach weiter ungehindert vorstoßen. Nur die FSA/YPG Allianz im Norden konnte ihnen Gebiete abjagen. Es zeigt sich mehr, dass Assad und IS die 2 Übeln Syriens sind, die einander brauchen. Man kann den einen nicht ohne den anderen zerstören, da sie 2 Seiten der selben Medaille sind.
Spassige Analyse, Assad versucht zu halten was zu halten ist und vermeidet es seine Truppen gegen den IS zu verheizen. Die FSA übt doch immer weiter druck auf die reguläre Armee aus, und nutzt jede Chance vorzustoßen wenn die reguläre Armee vom IS gebunden wird. Gegen den IS hatte die FSA bis her überhaupt keine Schnitte. Die YPG hat weitestgehend ohne Unterstützung gehalten, wird aber jetzt von der Türkei zusammengeschossen.
thomas bode 06.08.2015
5. Zur Erinnerung
Die Büchse der Pandora haben die USA im Irak geöffnet. Heraus kamen unter anderem der IS und seine Faszination auf Muslime in Europa. Aber auch Massaker wie an unter anderem deutschen Touristen in Tunesien. Schade übrigens dass die Opfer in den Medien kaum gewürdigt werden. Das kriegt man alles nicht mehr zurück in die Büchse. Und dafür dass uns die US-Geheimdienste nun "beschützen", müssen wir uns vor denen nackig machen, und nebenbei auch unsere eigenen Rechte einschränken lassen. Man sollte die Hintergründe immer ein wenig im Hinterkopf behalten. Die USA mit ihrer Cowboy-Politk und die Islamisten mit ihrer Wüstenräuber-Politik sind beide Risiko-Gruppen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.