Krieg in Syrien Mehrere Tote bei IS-Anschlag in Vorort von Damaskus

Ein Attentäter zündete eine Autobombe, ein zweiter sprengte sich selbst in die Luft: Bei einem Doppelanschlag sind in einem schiitischen Pilgerort bei Damaskus mehrere Menschen getötet worden. Der IS hat sich zu der Tat bekannt.

Tatort bei Damaskus
SANA via AP

Tatort bei Damaskus


Sajjida Zainab, die Enkelin des islamischen Propheten Mohammed, soll hier begraben sein, deshalb ist der gleichnamige Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus besonders für Schiiten ein wichtiger Pilgerort. Radikale Sunniten, denen die Schiiten als Abtrünnige gelten, haben hier in den vergangenen Jahren mehrfach Anschläge durchgeführt.

Am Samstag sind bei einem Doppelanschlag in Sajjida Zainab mindestens acht Menschen getötet worden. Diese Zahl nennt die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht unter Berufung auf Augenzeugen sogar von mindestens 20 Todesopfern. Zahlreiche Passanten wurden verletzt.

Ein Attentäter zündete eine Autobombe, kurz darauf sprengte sich ein zweiter Selbstmordattentäter in die Luft. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu dem Doppelanschlag. Die Dschihadisten sprachen von drei Attentätern, die an der Tat beteiligt gewesen sein sollen.

Seit Jahresanfang sind bei Attentaten des IS in Sajjida Zainab damit insgesamt rund 180 Menschen getötet worden.

Der syrische Ministerpräsident Wail al-Halki machte die Türkei, Saudi-Arabien und Katar für den Anschlag vom Wochenende verantwortlich.

syd/dpa/AP/Reuters



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