Syrien-Konferenz Opposition verweigert Gespräche mit Assad-Delegation

Sie sind nicht in einen Raum zu kriegen: In Genf schwindet die Aussicht auf direkte Verhandlungen zwischen Syriens Regierung und der Opposition - und damit auf einen Frieden im Bürgerkriegsland. Der Uno-Vermittler muss beide Seiten nun separat treffen.

Ahmad al-Jarba, Vertreter der syrischen Opposition: Harte Haltung, keine Gespräche
AP/dpa

Ahmad al-Jarba, Vertreter der syrischen Opposition: Harte Haltung, keine Gespräche


Genf - Die Hoffnungen eines ganzen Landes ruhen auf den Verhandlungsführern in Genf - doch bei den Friedensgesprächen um Syrien geht es nur quälend langsam voran. Die Aussicht auf ein direktes Gespräch zwischen den Gesandten der Assad-Regierung und der syrischen Opposition ist am Freitagvormittag wieder in weite Ferne gerückt. Stattdessen muss nun ein Unterhändler zwischen beiden Seiten vermitteln. Persönliche Treffen werde es am Freitag nicht geben, teilten die Vereinten Nationen mit.

"Wie haben den Uno-Vertreter des Regimes aufgefordert, das Genf-Abkommen zu unterzeichnen. Wir werden ihn nicht treffen, bis er das auch macht", teilte ein Delegierter der Opposition mit. Das Genf-Papier aus Juni 2012 sieht unter anderem vor, dass eine Übergangsregierung für Syrien gebildet wird. Das Assad-Regime hat eine Unterschrift unter eine solche Abmachung ausgeschlossen.

Auf Lakhdar Brahimi wartet nun eine schwere Aufgabe: Er muss als Uno-Chefunterhändler beide Seiten einzeln treffen und zwischen den weit auseinander liegenden Standpunkten vermitteln.

Wenige Minuten vor dem geplanten Beginn der getrennten Friedensverhandlungen herrschte am Freitag große Aufregung am Sitz der Vereinten Nationen. Angehörige der syrischen Regierungsdelegation kündigten eine Erklärung an. Journalisten, die mit der Delegation angereist waren, äußerten deshalb die Vermutung, die Abgesandten von Präsident Assad könnten ihre Teilnahme an den ersten syrisch-syrischen Gesprächen absagen. Dazu kam es jedoch nicht.

Harte Angriffe auf die Gegenseite

Noch vor der Konferenz hatte es zarte Hoffnungen auf direkte Gespräche gegeben. Am Mittwoch beim Vortreffen in Montreux machten beide Fraktionen jedoch ihre Positionen noch einmal äußerst deutlich - und attackierten die Gegenseite scharf. In Genf sollen nun die eigentlichen Gespräche beginnen, doch das gestaltet sich schwierig.

An der Eröffnung der Konferenz am Genfer See nahmen die Außenminister von fast 40 Staaten und Regionalorganisationen teil. Iran, ein wichtiger Unterstützer Assads, war nach diplomatischen Verwicklungen um seine Teilnahme nicht dabei.

In dem seit Frühjahr 2011 tobenden Bürgerkrieg wurden bisher mehr als 130.000 Menschen getötet. Mehrere Millionen Menschen wurden aus ihren Wohnorten vertrieben. Seit einigen Wochen liefern sich auch rivalisierende Rebellengruppen heftige Gefechte, bei denen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte seit dem 3. Januar fast 1400 Kämpfer getötet wurden.

jok/Reuters/AFP

insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
reuanmuc 24.01.2014
1.
Zitat von sysopAP/dpaSie sind nicht in einen Raum zu kriegen: In Genf schwindet die Aussicht auf direkte Verhandlungen zwischen Syriens Regierung und der Opposition - und damit auf einen Frieden im Bürgerkriegsland. Der Uno-Vermittler muss beide Seiten nun separat treffen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-konferenz-a-945327.html
Mit den Mördern meiner Verwandten würde ich mich auch nicht an einen Tisch setzen zum Kaffeekränzchen. Die syrischen Delegierten sind pathologische Lügner und gehören ins Gefängnis wegen Mitverantwortung für hunderttausend Tote.
kahabe 24.01.2014
2. Wen meinen Sie jetzt?
Zitat von reuanmucMit den Mördern meiner Verwandten würde ich mich auch nicht an einen Tisch setzen zum Kaffeekränzchen. Die syrischen Delegierten sind pathologische Lügner und gehören ins Gefängnis wegen Mitverantwortung für hunderttausend Tote.
Doch wohl das Assad-Regime, weil die anderen ja wohl keine Syrer sind...
lukaslauboeck 24.01.2014
3.
Warum ist die Opposition überhaupt zur Verhandlung gekommen, wenn deren Bedingung für Verhandlungen die Aufgabe des Gegners voraussetzt.
topodoro 24.01.2014
4. Die "Opposition"...
Zitat von lukaslauboeckWarum ist die Opposition überhaupt zur Verhandlung gekommen, wenn deren Bedingung für Verhandlungen die Aufgabe des Gegners voraussetzt.
Die "Opposition" muß ja letztendlich dem Willen der Geldgeber folgen. Die "Freunde Syriens", die die Opposition bezahlen, bestimmen was da passiert. Auch unser Aussenminister ist ein"Freund Syriens". Nicht vergessen und dann immer genau zuhören was er und die anderen "Freunde" so sagen.
simao 24.01.2014
5. ..
Assad's Delegation ist der letzte Abschaum auf dieser Erde, diese Mörder benehmen sich als würde sie die Opfer sein, wieso werden sie überhaupt nicht verhaftet?
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