Medienbericht Russlands Raketenbauer fahren Sonderschichten

Russland hat binnen vier Wochen fast tausend Luftangriffe in Syrien geflogen. Hersteller von Bomben und Raketen arbeiten auf Hochtouren. Um den Nachschub zu transportieren, hat Moskau offenbar alte Frachter aus der Türkei gekauft.
Russischer Sukhoi-Su-25-Jet auf der Hmeymim-Basis in Syrien: Sonderschichten eingerichtet

Russischer Sukhoi-Su-25-Jet auf der Hmeymim-Basis in Syrien: Sonderschichten eingerichtet

Foto: REUTERS/Ministry of Defence of the Russian Federation

Das russische Rüstungsunternehmen Tactical Missiles Corporation hat Sonderschichten eingerichtet, um die große Nachfrage des Militärs bedienen zu können. Das berichtet die angesehene Moskauer Tageszeitung "Kommersant". Russlands Kampfflugzeuge setzen bei ihren Angriffen in Syrien vor allem zwei Waffensysteme des Konzerns ein:

  • kurskorrigierende Bomben des Typs KAB-500

  • sowie Luft-Boden-Raketen vom Typ Ch-29.

Russland bombardiert seit vier Wochen Ziele in Syrien. Nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums wurden bislang rund tausend Luftangriffe geflogen.

Die Operation in dem Bürgerkriegsland bringt offenbar auch Russlands Flotte an ihre Grenze. Um den Materialnachschub sicherzustellen, hat das Verteidigungsministerium in Moskau betagte Transportschiffe in der Türkei gekauft. So wurde Mitte Oktober ein Frachter bei der Durchfahrt durch den Bosporus beobachtet, der bis vor Kurzem den Namen "Alican Deval" trug, nun aber als "Dwiniza-50" als Hilfsschiff der russischen Flotte unterwegs ist.

Russlands Militärintervention steht in der Kritik, weil die Bombardierungen nicht nur die Terrormiliz "Islamischen Staat" (IS) treffen, sondern auch Gruppen gelten, die von den USA, der Türkei und Saudi-Arabien unterstützt werden.

Assad bereit zu Neuwahlen

Russland flankiert sein militärisches Vorgehen auch mit einer diplomatischen Offensive. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte Syriens Machthaber Baschar al-Assad in der vergangenen Woche überraschend im Kreml empfangen. Der Besuch zeigte auch, wie sehr Damaskus inzwischen auf Moskau angewiesen ist: Es war eine Maschine des russischen Staats, die Assad nach Russland brachte und nach dem Besuch wieder in Damaskus absetzte.

Wenige Tage später empfing der syrische Präsident in Damaskus dann eine Delegation russischer Abgeordneter. Assad habe seine Bereitschaft zu vorgezogenen Neuwahlen erklärt, teilten die russischen Parlamentarier mit.

Alexander Juschtschenko, Mitglied der Kommunistischen Partei Russlands, sagte der Nachrichtenagentur Tass, Assad sei bereit zu Parlamentswahlen mit Teilnahme "aller politischen Kräfte, die ein blühendes Syrien wollen". Vorgezogene Präsidentschaftswahlen könne es dagegen "nur nach einem Sieg über den Terrorismus" geben.

beb
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